Coach Markus Ratberger unterzeichnet für nächste Saison und gibt Sommerinterview

Coach Markus Ratberger unterzeichnet für nächste Saison und gibt Sommerinterview

Das Sommerinterview mit Markus Ratberger

Markus Ratberger nimmt den Videocall an einem sonnigen Samstagabend in einem LA Kings Shirt entgegen. Er wirkt entspannt und gut gelaunt.

 

Servus Markus,
Das Aus in den Playoffs ist jetzt einige Wochen her. Haben sich deine Nerven etwas erholen können?
Ja klar. Letzten Endes ist es so, es ist ja egal, ob du knapp oder zweimal deutlich verlierst. Man muss dem schon Respekt zollen, dass Haßfurt dieses Jahr schon zu stark war für uns. Es ist verdaut, um die Frage zu beantworten.

 

Wie war die Situation der Wanderers als du im Sommer 2025 deinen Posten angetreten hast und wie hast du persönlich den Verlauf der letzten Saison erlebt?
Schon eher schwierig da die Saison davor einfach eine richtig gute war und die Finalteilnahme geglückt war. Daher war mein Antritt schon mit einem gewissen Anspruch verbunden. Aber die Jungs haben es mir leicht gemacht, es war eine intakte Mannschaft. Allerdings war der Saisonverlauf, sagen wir mal, holprig. Nach dem richtig guten Start, hatten wir ja im Dezember einen Durchhänger, der uns dann nachgegangen ist bis in den Januar hinein und der war schwer zu erklären. Letztlich haben wir die Kurve dann aber doch noch gekriegt. Alles in allem betrachtet war bis auf den Durchhänger die Saison sehr positiv.

 

Du hast in deiner Trainerkarriere schon einige Stationen hinter dir, unter anderem in Schongau und beim SC Forst. Was hat dich dann dazu bewogen nach Germering zu kommen?
Der Anspruch und die sportlichen Perspektiven waren für mich reizvoll. Zu sehen, dass in der Vorsaison die Reise bis ins Finale gegangen ist. Das war schon was, wo man auch dran scheitern könnte, aber diese Herausforderung wollte ich annehmen.

 

Besonders die Erfahrung beim SC Forst, der ja auch bei uns in der Liga spielt, hat bestimmt in der Spielvorbereitung geholfen, oder?
Nicht unbedingt. Du musst dich auf jede Mannschaft neu einstellen. Es ist zwar die gleiche Liga aber trotzdem musst du dich immer individuell auf jedes Team neu vorbereiten.

 

Wie bereitest du dich bzw. die Mannschaft auf ein Spiel vor? Hast du bestimmte Rituale bevor es losgeht?
Der Ablauf ist eigentlich immer der gleiche. Wir reden unter der Woche immer schon über die Gegner. Ich nehme mir immer vor, weniger vor dem Spiel zu sagen und dann sag ich doch immer wieder viel. Wahrscheinlich sehen die Jungs das auch so und trauen sich nur nicht, mir das zu sagen (lacht). 

 

Aber du hast jetzt keine Ticks oder so? Z.b. dass du dreimal ums Eis laufen musst? 

Ja doch, die gibts schon (lacht) im Eisstadion geh ich Anfang immer links rum und mein Einstieg für die Mannschaftsansprache ist immer die gleiche.

 

Manche Eishockeyspieler sind ja abergläubisch.
Ja in meiner Zeit als Spieler war ich das schon auch.

 

Welche Position hast du gespielt?
Verteidiger. Nur in einer Saison musste ich mal als Mittelstürmer aushelfen.

 

Und hast du da ordentlich gescort?
Nein, überhaupt nicht. Es war eine Katastrophe. (lacht)

 

Viele Trainer haben einen Leitsatz, eine Maxime, der sie folgen. Welche ist deine?
Wenn du eine gute Kabine hast, das Mannschaftsgefüge in sich homogen ist, dann kannst du auch Erfolg haben, obwohl du vielleicht vom spielerischen etwas unterlegen bist. Das wichtigste ist mir also tatsächlich der Spirit in der Kabine. Alle müssen an einem Strang ziehen.

 

Wie wirst du die Sommerpause verbringen?
Ich werde viel Zeit mit der Familie und den Kindern verbringen.

 

Wer wird deiner Einschätzung nach unser stärkster Konkurrent in der Liga in der kommenden Saison?
Wow. Zu diesem frühen Zeitpunkt noch schwierig zu sagen. Bei uns in der Gruppe war es relativ eng, da du auch am letzten Spieltag noch unter die ersten acht reinrutschen konntest. Auch zwischen zwei und fünf war der Abstand nicht allzu groß, wenn ich mich richtig erinnere. Aber ich denke an die üblichen Verdächtigen: Sonthofen, Pfronten, Reichersbeuren. Auch Lechbruck hat letztes Jahr eine gute Figur gemacht. Es wäre vermessen, zu sagen, dass wir unbedingt erster werden wollen. Aber ich sag mal die üblichen Protagonisten: Sonthofen und Pfronten. Und dann schauen wir mal was sonst noch alles kommt.

 

Wo siehst du die größte Stärke in der Mannschaft?
Wir haben uns defensiv weiter entwickelt und weniger Gegentore kassiert, daran werden wir weiterarbeiten. Nach vorne sind wir immer gefährlich, das ist unsere Stärke. Außerdem noch die mannschaftliche Geschlossenheit. Auch wenn jemand ausfällt, können wir das gut kompensieren, weil der Kader relativ breit ist.

 

Und wo siehst du noch Entwicklungspotenzial?
Auf alle Fälle in der Defensive. Und damit meine ich gar nicht einzelne Spieler, sondern die Mannschaft als Ganzes. Wir müssen hinten besser arbeiten, wie wir das schonmal gemacht haben und wenn wir das wieder umsetzen, dann stehen wir hinten auch wieder besser.

 

Und zuletzt die obligatorische Frage: Gibt es Ziele für die neue Spielzeit?
Ich würde sagen, besser abschneiden als im letzten Jahr. Aber das hängt immer von vielen Faktoren ab: Wir hatten letztes Jahr viele Verletzungen zu beklagen. Wie der Erfolg dann am Schluss aussieht, ob es Halbfinale oder Finale ist, dass kann und möchte ich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

 

Liegt dir noch was auf den Herzen, Markus?
Ich möchte noch sagen, wie phänomenal ich das ehrenamtliche Engagement von den ganzen Jungs und Mädels rund um den Verein finde. Ohne das ganze Herzblut, dass da drin steckt würde das nicht funktionieren, auch in der Landesliga nicht. Ich finde in Germering hat man fast Bayernliga-Verhältnisse. Davor kann man nur den Hut ziehen. Das war auch ein wesentlicher Grund für meine Vertragsverlängerung.

 

Das Interview führte Phillip Detemple