Höhenflug im Jubiläumsjahr

Höhenflug im Jubiläumsjahr

Die Wanderers Germering erleben ein turbulentes Jubiläumsjahr. Drei Trainer und ein dramatischer Playoff-Lauf begeistern die Fans.

Drei Trainer, Playoffs ohne Happy End und das Vereinsjubiläum: So lässt sich das Jahr zusammenfassen, in dem die Wanderers Germering 50 Jahre wurden. Begonnen hatte das Jubiläumsjahr, kaum einen Monat alt, mit einem Rücktritt. Nach einem eher durchwachsenen Start ins neue Jahr zog sich der erst zu Saisonbeginn verpflichtete Ruben Rosic zurück.

Drei Spieltage vor Ende der Normalrunde übernahm Rudi Simm, wie schon 2018. „Eine gute Lösung. Simm kennt den Verein“, zeigte sich Albert Bittl, erfreut. Bittl war da noch Vorsitzender, im Laufe des Jahres zog er sich von diesem Amt zurück, wurde im Sommer Abteilungsleiter. Andreas Gruschwitz rückte an die vorderste Stelle.

Der Start in die Playoffs ließ nicht ahnen, dass es bis in die Finals gehen sollte. „Wir müssen aus unseren Fehlern lernen“, stellte Simm nach dem 1:7 im ersten Heimspiel gegen Bayreuth fest. Das Team tat ihm den Gefallen, erzwang auf fremdem Eis ein Entscheidungsspiel. Das gewannen sie nach hartem Kampf, der Einzug ins Viertelfinale war perfekt.

Mit Bayernligaabsteiger ESC Dorfen sah man sich auf Augenhöhe, musste aber auch da über drei Partien gehen. „Dieser Auftritt gehört zu den Highlights der Saison“, zeigte sich Simm nach dem 5:2 im heimischen Polariom begeistert. Im dritten Spiel war mit dem Siegtreffer 135 Sekunden vor Schluss die Euphorie endgültig auf einem neuen Höhepunkt angekommen.

Was sich auch auf die Zuschauerzahlen auswirkte, die sich beständig steigerten. 871 waren es, als im Halbfinale das Wunder und die Sensation perfekt wurde. Immerhin hatte man in zwei packenden Duellen mit Sonthofen den Tabellenführer der Normalrunde aus dem Wettbewerb gekickt.

Sogar die Stadt Germering hatte sich von der Begeisterung um die Wanderers anstecken lassen und die Eiszeit verlängert. Bis zum letztmöglichen Playoff-Termin konnten die Wanderers das aber nicht ausreizen. Der ESV Burgau erwies sich in den Finals als zu stark.

Eine Euphorie, die die Wanderers in ihre Jubiläumsaison retteten. Ein eigenes Wochenende hatten sie für ihren runden Geburtstag gestaltet – Autogrammstunde mit Yannic Seidenberg (Silbermedaillengewinner 2018), Michael Wolf (zweifacher Meister mit Red Bull München) und Ex-Fußballprofi Profi Mehmet Ekici eingeschlossen. Auch die Eiskunstläufer durften sich vor großer Kulisse präsentieren. Und die Eishockeyspieler bescherten ihrem neuen Coach mit dem 8:2 über den stark eingeschätzten ERC Sonthofen einen Traumstart.

Die Wanderers ließen dann die Konkurrenz mehr oder weniger klar abblitzen, unterbrochen nur von einer Niederlage nach Penaltyschießen in Ravensburg und der negativen Überraschung in Forst. Man setzte sich an die Tabellenspitze, die man nach drei Niederlagen inzwischen los ist.

Quelle: Merkur.de
Autor/Bild: Hans Kürzl