Es war erst zwölf Tage her, da hatten die Wanderers die Flößer schon einmal im Polarium zu Gast gehabt. Damals konnten die Hausherren, trotz eines starken Auftritts der Gäste, das Spiel mit 6:3 für sich entscheiden. Es war also zu erwarten, dass Lechbruck diese offene Rechnung begleichen wollte. Dementsprechend entschlossen starteten sie auch und zeigten von Anfang an mit gutem Körperspiel Präsenz, Germering hielt dagegen. Die ersten zehn Minuten waren mit beidseitig verteilten Chancen und guten Checks für die 103 Zuschauer schön anzusehen. Nach elf gespielten Minuten verloren die Wanderers in Überzahl in der Angriffszone fahrlässig den Puck. Marius Hack und Simon Maucher spielten auf den losstürmenden Cameron Roberts, der schöne Stocktechnik und hohes Tempo zeigte, alleine auf Fabio Marx zulief und die Scheibe im Tor versenkte. Nur drei Minuten danach führte ein weiterer Fehler im Spielaufbau zum nächsten Gegentor. Ein Pass aus dem eigenen Drittel heraus wurde in der neutralen Zone von Marcus Köpf abgefangen. Der spielte die Scheibe zu Simon Maucher welcher aus Tor lief, schoss und zum 0:2 traf. Lechbruck zeigte sich in diesen Minuten sehr konterstark und hätte womöglich auch ein drittes mal im Konter getroffen, wenn die Germeringer Abwehr nicht die Notbremse gezogen hätte. Dafür gab es, völlig zurecht, den Penalty für Lechbruck. Dieser wurde jedoch vergleichsweise harmlos neben das Tor gesetzt, sodass Marx nicht eingreifen musste. Kurz darauf kam Germering dann endlich richtig ins Spiel. Ein Pass von Sturm am Lechbrucker Goalie vorbei wurde von Dorfner dankend angenommen und zum 1:2 verwertet. Damit war das erste Drittel dann auch vorbei.
Mit einer 1:2 Führung startete Lechbruck in das Mitteldrittel. Diese hielt allerdings nur knapp sieben Minuten. Nach einem Pass von Markus Kerber zündete Dennis Sturm den Turbo, ließ alle Gegenspieler stehen und machte mit einem schönen Schuss das 2:2. Noch in der gleichen Minute waren es erneut Sturm und Kerber, die die Führung herstellten, nur diesmal in vertauschten Rollen und unter Mithilfe von Michael Fischer. Nach einem Pass von Sturm auf Fischer, schoss dieser aufs Tor. Lechbrucks Torwart Philipp Wieland konnte nur abprallen lassen und Markus Kerber verwertete den Rebound. Mit diesem 3:2 ging es in die zweite Pause.
Im letzten Abschnitt war es nach fünf Minuten erneut Cameron Roberts, der für sein Team scorte. Der Kanadier war schon im ersten Spiel mit einer starken Leistung aufgefallen. Damit war der Spielstand abermals egalisiert, jedoch nicht lange. Fünf Minuten nach dem Gegentreffer war es zum dritten mal die Reihe um Kerber, Sturm und M.Fischer die für Torerfolg sorgte. Ein schneller Angriff über die rechte Flanke und ein sehenswerter Pass vors Tor sorgten für die erneute Führung durch Dennis Sturm. Vier Minuten später machte Lennart Guttenthaler mit einem schönen Solo den Deckel drauf. Germering gewann, letztlich verdient mit 5:3 gegen Lechbruck. Als Spieler des Spiels wurde absolut verdient Wanderers-Keeper Fabio Marx ausgezeichnet, der über die ganzen 60 Minuten hinweg sein Team mit vielen guten Paraden im Spiel gehalten hatte.
Interview mit Fabio Marx:
Wie lange bist du jetzt schon bei Germering und wie viele Spiele hast du schon gemacht?
„Seit dieser Saison. In der Vorbereitung hab ich zwei Spiele gemacht und heute war mein drittes Pflichtspiel“
Wie ist bisher dein Eindruck?
„Super. Das Team hat mich super aufgenommen, wir spielen gutes Eishockey. Einfach super.“
Wo hast du davor gespielt?
„Davor war ich in Pfaffenhofen und in meiner Jugend war ich in Regensburg.“
Wie war dein Eindruck vom heutigen Spiel? Und wie hast du den Penalty erlebt?
„Der Anfang war relativ ausgeglichen. Nach den zwei Toren sind wir gut zurückgekommen und das letzte Drittel war dann wieder ganz gut. Beim Penalty musste ich eigentlich nicht viel machen aber war natürlich sehr wichtig fürs Team, dass der nicht reingegangen ist.“
Interview mit Dennis Sturm:
Du hast heute Abend vier Scorerpunkte geholt. Wie hast du das Spiel erlebt?
„Wir haben uns im ersten Drittel das Leben selbst bisschen schwer gemacht. Wir haben Chancen oft nur zugelassen, wenn wir selbst Fehler gemacht haben. Aber wir haben heute, auch wenn das Spiel die ganze Zeit eng war, immer das Vertrauen gehabt, dass wir die spielerische Überlegenheit irgendwann nutzen. Wir haben uns nie aus der Ruhe bringen lassen. Das ist für mich die wichtigste Erkenntnis.“
Warst du beim Vorbereitungsspiel gegen Pfronten dabei? Was ist deren größte Stärke?
„Da war ich dabei. Vorbereitung ist natürlich immer etwas anderes. Da wird ausprobiert. Da geb ich nicht mehr viel drauf. Pfronten spielt sehr konterstark und wenn man da ein oder zwei Schritte zu langsam ist, wird es gefährlich. Es wird ein schweres Spiel.“
Wo sind sie vielleicht anfällig?
„Dasselbe. Ihre Stärke ist auch ihre Anfälligkeit. Beim schnellen Umschaltspiel kann man natürlich auch gegenkontern.“
Zwei Tage später kam es zu besagtem Spiel in Pfronten. Die Gäste legten los wie die Feuerwehr und gingen nach sechs Minuten durch Michi Dorfner in Führung. Knapp drei Minuten später erhöhte Markus Kerber auf 2:0. Dennis Sturm, der schon für das erste Tor die Vorlage gegeben hatte, machte nach elf Minuten das 3:0. Dieser Spielstand hielt sich bis 30 Sekunden vor Schluss als Lennart Guttenthaler den Empty-Net Treffer und damit den 0:4 Endstand markierte. Germering holt damit wichtige drei Punkte aus Pfronten nach Hause.


