Germering stellt auf der Torhüterposition ein Landesliga-Topquartett

Germering stellt auf der Torhüterposition ein Landesliga-Topquartett

Foto: Scale vision by Matthias Paintner

Goalie – Der Mann bzw. die Frau mit der größten Verantwortung. Es ist die spielentscheidende Position. Weil beim Eishockey alles so schnell geht, ist ein Torhüter permanent gefordert. Darüber hinaus sorgt er für Ruhe im Spiel der Feldspieler und ermöglicht eine offensivere Spielweise. Über diese Wichtigkeit sind sich die Germeringer Verantwortlichen bewusst und so bietet man in der nächsten Spielzeit ein einmalig starkes Torhüter-Vierergespann auf.

Daniel Schmidt geht in seine fünfte Saison im Wanderers-Trikot. Das Eigengewächs des SC Riessersee hatte in der vergangenen Saison den zweitbesten Gegentorschnitt und wurde dann von einer Knieverletzung ausgebremst, die eine wochenlange Pause für ihn bedeutete. Pünktlich zum Ende der Aufstiegsrunde wurde der 28-Jährige wieder fit und feierte Mitte Februar, beim 7:4 Heimsieg gegen den ERC Lechbruck, sein Comeback im Germeringer Gehäuse. Eines seiner besten Spiele für Germering zeigte er jedoch in der zweiten Playoff-Halbfinalpartie gegen den EV Pegnitz, wo er nicht nur durchwegs Sicherheit ausstrahlte, sondern sein Team auch mit zahlreichen Glanzparaden in die Overtime rettete. Die Verantwortlichen setzen zurecht großes Vertrauen in den großgewachsenen Schlussmann und wissen, was er im Stande ist zu leisten. Bei einem leistungstechnisch so ausgeglichenen Torhüteraufgebot ist es für den Trainer immer schwer, alle bei Laune zu halten. Doch Schmidt ist in dieser Hinsicht ein absoluter Vorzeigeathlet, der sich stets in den Dienst der Mannschaft stellt, konsequent seine Leistung im Training bringt und in seinen Matches seine Chance nutzt. Darüber hinaus engagiert er sich im vereinsinternen Nachwuchs und coacht die U15 in der Bayernliga. All das macht ihn für den EVG so unwahrscheinlich wertvoll.

Die Spielzeit 2021/2022 war die Saison des Raphael Holub. Seit seinem Wechsel im Herbst 2020 vom Landkreis-Nachbarn Fürstenfeldbruck nach Germering als nominelle Nummer, zeigt die Leistungskurve des 22-Jährigen stetig nach oben. Da sich seine Goaliekollegen Müller und Schmidt fast zeitgleich verletzten und wochenlang ausfielen, kam sein großer Moment und seine Zeit. Von jetzt auf gleich war er die Eins und dieser Herausforderung bzw. dieser Verantwortung wurde er mit Bravour gerecht. Konstant gute Leistungen ließen ihn zu seiner wohl stärksten Wettkampfsaison seiner noch jungen Karriere verhelfen. In knapp 550 Spielminuten kassierte er durchschnittlich keine drei Gegentore pro Partie und steuerte in der Aufstiegsrunde sogar einen Assist beim furiosen 3:10 Kantersieg gegen den ESV Burgau bei. Holub ist in gut zwei Jahren von einem Youngster zu einer festen Größe herangereift. Im schwarz-gelben Lager ist man davon überzeugt, dass seine Entwicklung noch lange nicht vorbei ist und umso glücklicher ist man, dass der sympathische Schlussmann den Wanderers erhalten bleibt.

Mit 660 Minuten bekam Christoph Müller in der Vorsaison am meisten Eiszeit von allen Goalies, dabei stand der waschechte Germeringer seinem Team über einen Monat verletzungsbedingt nicht zur Verfügung. Müller kehrte im Sommer 2021, nach zehn erfolgreichen Jahren beim EV Fürstenfeldbruck, zurück zu alten Wurzeln und schließ sich seinem Heimatverein an. Mit einer Fangquote von 87% gehörte er zu den Top 5 Schlussleuten in der Landesliga, doch seine Ansprüche an sich selbst sind höher. Im vergangenen Jahr haben die Wanderers den 29-Jährigen als sehr selbstkritisch kennengelernt. Er möchte maximalen Erfolg für sich und seine Mannschaft und lebt diesen Spirit auch in der Kabine. Nach knapp 250 Einsätzen in der Landesliga sieht man den mit einem Gardemaß von 1,90 m Körpergröße und knapp 92 kg Kampfgewicht ausgestatteten Sportsmann vor jedem Eistraining im Kraftraum. Er ist technisch stark, bewegt sich gut und hat eine schnelle Fanghand. In erster Linie muss man aber als Torhüter mental stark sein und das ist er. Darüber hinaus beweist er bei jedem Einsatz den nötigen Fokus, die dazugehörige Disziplin und die entsprechende Leidenschaft, die ihn, seit seiner Rückkehr, schnell wieder zum Publikumsliebling avancieren ließen. Für ihn wird es in der neuen Spielzeit wichtig sein, verletzungsfrei zu bleiben, dann wird Germering noch schwerer zu schlagen sein.

Das Goalie-Aufgebot für die Saison 2022/2023 komplettieren wird die deutsche Nationaltorhüterin Franziska Albl, die vom direkten Landesliga-Konkurrenten ESV Burgau in die Münchner Vorstadt wechselt. Die 27-jährige gebürtige Füssenerin wurde mit dem ECDC Memmingen und ESC Planegg insgesamt dreimal deutscher Meister der Frauen. Darüber hinaus war sie im Herrenbereich für die Teams aus Pfaffenhofen, Pfronten, Miesbach, Landsberg und Erding aktiv. Seit 2010 hütet Albl zudem den Kasten der deutschen Frauen-Nationalmannschaft, wurde 2011 bei der U18-WM als beste Torhüterin und bei der Weltmeisterschaft vor zwei Jahren als eine der Topspielerin der deutschen Mannschaft ausgezeichnet. Die internationale Erfahrung wird sie auf und neben dem Eis für die Wanderers ein Glücksfall werden lassen, zumal man sich bei den Germeringern von ihrer Qualität bereits in der Aufstiegsrunde überzeugen lassen konnte. Albl selbst äußert sich zu ihrem Transfer zum EVG, wie folgt: „Ich kenne viele Spieler bei den Wanderers und auch die Gespräche mit den Vereinsverantwortlichen haben mir ein gutes Gefühl gegeben, dass es für mich die richtige Entscheidung ist. Ich möchte meine Erfahrung, meine Schnelligkeit, aber auch die nötige Ruhe, die auf der Torhüterposition sehr wichtig ist, mit einbringen. Darüber hinaus ist mir eine gute Stimmung im Team wichtig und dass wir größtmöglichen Erfolg in der kommenden Saison haben werden. Selbstverständlich möchte ich stets mein Bestes geben, um der Mannschaft zu helfen.“

Kader für die Landesliga-Saison 2022/2023

Torhüter (4): Christoph Müller, Raphael Holub, Daniel Schmidt, Franziska Albl
Verteidiger (4): Andreas Schmelcher, Maximilian Raß, Marco Berger, Stefan Sohr
Stürmer (8): Quirin Reichel, Marcus Mooseder, Michael Fischer, Dennis Sturm, Louis Kolb, Thomas Köppl, Manuel Winkler, Michael Dorfner

Trainer: Florian Winhart