Vilshofen und Haßfurt verlangen Schwarz-Gelb alles ab

Vilshofen und Haßfurt verlangen Schwarz-Gelb alles ab

Foto: Wolfgang Maisch by VideoWolf

Ein hartes Stück Arbeit war die Freitagspartie für die Wanderers gegen das Tabellenschlusslicht ESC Vilshofen. Die Gäste, die mit lediglich 13 Spielern anreisten, wehrten sich mit Händen und Füßen gegen die spielfreudigen und offensivstarken Germeringer. Unterstützt wurden die Donaustädter von einem kleinen aber stimmgewaltigen Fanblock. Der Führungstreffer gelang den Hausherren in der 14. Minute durch den italienischen Angreifer Markus Mair, der sein erstes Saisontor markieren konnte. Der Jubel währte aber nur kurz, denn unmittelbar nach dem Bully kamen die „Wölfe“ zum schnellen Ausgleich. Der Auftakt in das Mitteldrittel verlief für den Tabellenführer mit einem Doppelschlag durch Michael Dorfner und Michael Fischer nach Maß und ganz zur Freude der schwarz-gelben Anhänger. Doch auch davon zeigte sich der ESC unbeeindruckt und suchte weiterhin seine Chancen im Angriff. In der 32. Minute gelang Vilshofen dann auch der 3:2 Anschlusstreffer. Der EVG hatte zu diesem Zeitpunkt zwar immer noch mehr vom Spiel, aber die „Wölfe“ blieben hartnäckig und kämpferisch, so dass man selbst auch immer wieder zu guten Möglichkeiten vor dem Kasten von Raphael Holub kam. Es war ein Powerplay kurz vor der zweiten Pausensirene, das Marco Berger zum Tor nutzte und den alten Zwei-Tore-Vorsprung wiederherstellte. Im Schlussabschnitt neutralisierten sich die Gemüter und auch der ESC musste dem harten Kampf in den vorherigen 40 Minuten mehr und mehr Tribut zollen. Die Treffer von Thomas Köppl und Marco Göttle zum 6:2 waren der Schlusspunkt eines sehr intensiven und spannenden Aufeinandertreffens.

Dramatik pur war dann das Topspiel zwei Tage später gegen den ESC Haßfurt. Die Winhart-Truppe zeigte eine sehr starke Leistung und stand am Ende trotzdem mit leeren Händen da. Darüber hinaus verlor man die Tabellenführung. Das erste Drittel startete für Schwarz-Gelb energisch und chancenreich, drei Powerplays ließ man jedoch ungenutzt. Eine der wenigen Offensivaktionen der „Hawks“ sorgte schließlich für den schmeichelhaften Führungstreffer, nach einem verdeckten aber präzisen Handgelenkschuss. Im Mittelabschnitt versuchten die Hausherren mit allen Mitteln den längst verdienten Ausgleich zu erzwingen, mit Erfolg. Ein angetäuschter Schuss von Thomas Köppl wurde zum Pass für Christian Czaika, der schließlich nur noch ins leere Tor einschieben musste. In der Folge rannten die Münchner Vorstädter weiter an, doch der gegnerische Kasten schien schier vernagelt. ESC-Goalie Nicolas Hetzel zeigte eine außerordentlich starke Partie und brachte die schwarz-gelben Angriffsreihen ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Wieder waren es die seltenen aber gefährlichen Gegenstöße der Unterfranken, die Dank haarsträubenden Fehlern in der Wanderers Defensive regelrecht zum Toreschießen eingeladen wurden. So erspielte sich Haßfurt binnen weniger Minuten eine komfortable 1:4 Führung. Doch der EVG schaffte es danach wieder den Schalter umzulegen und kam nach Toren von Dennis Sturm und Michael Fischer bis zur zweiten Pause noch bis auf ein Tor wieder ran. Der Auftakt in das Schlussdrittel verlief dann ganz zur Freude der rund 300 Germeringer Fans, die Zeuge wurden, wie Schwarz-Gelb die Partie in Person von Daniel Menge und Nico Rossi drehen konnten. Doch die Geschichte der Partie war dann noch immer nicht zu Ende erzählt. Zwei Minuten vor der Schlusssirene war es erneut ein für EVG-Goalie Daniel Schmidt nicht einzusehender Fernschuss, der plötzlich im Netz zappelte. Als sich das Publikum schon auf die Overtime einstellte passierte das, was zu diesem Zeitpunkt keiner mehr für möglich gehalten hätte. 10 Sekunden vor dem Ende schlug es im Wanderers Gehäuse ein, direkt nach Wiederanpfiff dann sogar noch das 5:7, was gleichzeitig das Endergebnis eines hochkarätigen Spitzenspiels war. Eishockey kann so unglaublich hart sein. Doch viel Zeit zum Lamentieren und Frust schieben bleibt nicht. Nächstes Wochenende geht’s bereits wieder weiter.

EVG bestreitet letztes Heimspiel in der Vorrunde

Am kommenden Freitag begrüßen die Wanderers in heimischer Halle den ESV Waldkirchen zum Rückspiel. Das erste Aufeinandertreffen im Bayerischen Wald vor knapp zwei Wochen endete mit 5:8 für die Münchner Vorstädter. Die „Karoli Crocodiles“ blieben dabei jedoch leistungstechnisch unter ihren Möglichkeiten, konnte man mit nur elf Feldspielern antreten. Durch den im Sommer aufgerüsteten Kader zählen die Niederbayern nach wie vor zu den heißen Anwärtern auf die Plätze, die am Ende zum Einzug in die Aufstiegsrunde berechtigen. Der wohl bekannteste Akteur beim ESV ist der kanadische Angreifer Nathan Robinson. Der mittlerweile 40-jährige Veteran hat nicht nur in den höchsten Ligen Nordamerikas gespielt (darunter sieben NHL-Partien), er ging auch sieben Jahre lang in der DEL auf Torejagd und das mit 300 Scorerpunkten in 381 Einsätzen auch sehr erfolgreich. Die Resultate der letzten Wochen lassen darauf schließen, dass in der Mannschaft zwar viel Potential und Qualität steckt, man aber durchaus für Gegentreffer anfällig ist. Da haben dann auch oftmals die starken Goalies Matthias Huber oder Andreas Resch das Nachsehen. Die interne Scorerwertung führen aktuell die beiden Kontingentspieler Janne Harkka und Petr Sulcik an. Das Sturmduo kommt allein auf über 30 Torbeteiligungen in den bisherigen Matches. Für beide Teams wird es beim zweiten Schlagabtausch in Germering darum gehen, besser und konsequenter zu verteidigen. Trotzdem ist nicht davon auszugehen, dass wenig Tore fallen.