Eine Eishockey-Demonstration des Bezirksligameisters lässt Inzell chancenlos

Eine Eishockey-Demonstration des Bezirksligameisters lässt Inzell chancenlos

Foto: Richard Langnickel

Die Wanderers sind nur noch einen Sieg vom Pokalfinale entfernt. „Ja is‘ denn heut‘ schon wieder Weihnachten“, dieser legendäre Werbespruch von Franz Beckenbauer ging am vergangenen Freitagabend den Germeringer Fans immer wieder durch den Kopf. Was da auf dem Eis im Polariom passierte, war im wahrsten Sinne des Wortes eine schöne Bescherung. Für die schwarz-gelben Fans, Spieler und Verantwortlichen im positiven Sinne, für die Gäste aus Inzell negativ gesehen, denn nach Spiel 1 musste der DEC mit einer 13:0 Auswärtsschlappe nach Hause fahren. Derweil kamen die Gäste aus dem Voralpenland nach dem frühen 1:0 Rückstand immer besser ins Spiel, aber gefühlt war der dann etwas überraschend fallende 2:0 Treffer der Münchner Vorstädter ein Nackenschlag, der eine 6:0 Führung zum ersten Pausentee folgen ließ. Im zweiten Abschnitt waren die Gäste um mehr Ordnung in ihrem Spiel bemüht und so musste man lediglich drei weitere Tore hinnehmen und hatte selbst die ein oder andere Offensivaktion. Im letzten Drittel schwanden beim Team von Inzell-Trainer Thomas Schwabl die Kräfte und es kam wie es kommen musste. Trotz Torhüterwechsel bejubelte das Vorisek-Team noch vier weitere Treffer.

Auch einen Tag später beim Tabellendritten in Mittenwald hielt der Sturmlauf der Wanderers weiter an. Jedoch sah es in den ersten 20 Minuten noch gar nicht danach aus, im Gegenteil. Die Mittenwalder standen hoch und zeigten ein starkes Forechecking, was dem EVG das Leben schwer machte. Darüber hinaus kam das Team von Heimtrainer Christian Mayr immer wieder mit Tempo aus der eigenen Zone mit viel Druck auf das Tor der Schwarz-Gelben. Die 0:2 Pausenführung war demnach sehr hart erkämpft. In der ersten Spielpause fand Germerings Coach Petr Vorisek scheinbar die richtigen Worte, denn in den darauffolgenden zwei Spieldritteln sahen die rund 100 Zuschauer ein komplett anderes Spiel. Der EVG mit souveräner Spielkontrolle und vielen Tormöglichkeiten, die nicht immer mit der nötigen Konsequenz genutzt wurden. Wenn man aber am Ende mit 0:9 im fremden Stadion gewinnt, darf man durchaus zufrieden sein. Die rund 20 mitgereisten Wanderers-Anhänger durften in der 50. Spielminute noch das Debüt von Daniel Schandlbauer im Germeringer Gehäuse bejubeln. Der 18-jährige Schlussmann der U20 stammt aus dem Nachwuchs des ESV Dachau und wechselte zur Saison 2018/2019 nach Germering. Er erledigte seinen Job genauso sicher und solide, wie davor sein Torwartkollege Daniel Schmidt.

Halbfinal-Rückspiel im Pokal: Vieles spricht für Schwarz-Gelb

Nur noch 60 Minuten und einen Sieg oder Unentschieden gegen den DEC Inzell-Frillensee sind die Münchner Vorstädter dem Einzug ins Bayernkrug-Finale entfernt. Auch wenn der DEC optimistisch ist, dass der ein oder andere angeschlagene bzw. verletzte Spieler zurückkommen wird und man den Heimvorteil für sich nutzen will, hat der EVG die besseren Karten. Zumal die Mannschaft von Thomas Schwabl am Tag vor dem Halbfinal-Rückspiel noch ein schweres Ligaspiel zu bestreiten hat. Es gastiert der Tabellenführer aus Waldkraiburg im Inzeller Eisstadion, da wird man sicher Körner lassen. Aber die Wanderers wollen sich einzig und allein auf sich konzentrieren, ihr Spiel durchbringen und am Ende in überzeugender Manier ins Finale einziehen.

Germering zum Abschluss der Vorrunde in Ottobrunn zu Gast

Nur einen Tag nach dem Bayernkrug-Halbfinale muss der Vorrundenmeister am letzten Ligaspieltag (Sonntag, 18:45 Uhr) im Ottobrunner Freiluftstadion antreten. Vor heimischer Kulisse hat das Team von Michael Schneidawind eine ausgeglichene Bilanz vorzuweisen. Die zwei Niederlagen resultierten lediglich aus den Partien gegen die Topteams SG Bayersoien/Peiting 1b und EV Mittenwald. Der ERSC zeigte sich bisher im eigenen Stadion immer als sehr torhungrig, so haben sie einen Schnitt von fast fünf Toren pro Heimspiel. Dem entgegen stehen 50 Treffer der Germeringer in sechs Matches in der Ferne, was einen Schnitt von acht Toren ergibt. Geht man also rein nach der Statistik, so dürfen sich beide Fanlager auf jede Menge Tore freuen. Auch das Freilufteis bereitet den Münchner Vorstädter in dieser Saison keine großen Probleme. Man wird alles investieren, dass das auch so bleibt. Beim 9:0 Erfolg im Hinspiel lief es für die Schwarz-Gelben sehr gut gegen den ERSC, daher ist man guter Dinge, dass man auch den letzten Einsatz in der Vorrunde für sich entscheiden kann.

Den ersten von zwei Finaleinzügen möchten die Wanderers am kommenden Wochenende gegen den DEC Inzell-Frillensee im Pokal fix machen. Gegen den ERSC Ottobrunn will man darüber hinaus die makellose Bilanz der Vorrunde verteidigen. Zwei ehrgeizige Ziele, die man sich für die kommenden beiden Aufgaben gesetzt hat. Auch wenn man zweimal auswärts im Einsatz ist, hoffen Mannschaft und Trainer auf zahlreiche und lautstarke Unterstützung in der Ferne.