Wanderers geraten früh in der Saison unter Zugzwang

23.10.2017 um 16:42 Uhr von Florian Hutterer

Foto: Richard Langnickel

Feilmeier-Team will im Kollektiv an fehlender Konstanz arbeiten

Gar nicht nach dem Geschmack des schwarz-gelben Anhangs verliefen die vergangenen beiden Ligaspiele der Wanderers Germering. Gegen vermeidlich schwächere Gegner als noch zum Ligastart, rechnete man sich durchaus etwas zählbares aus, doch am Ende standen zwei Niederlagen zu Buche. 2:5 im heimischen Polariom gegen den ESC Geresried und 4:6 beim Gastspiel in Pfaffenhofen sind die Resultate vom letzten Spielwochenende. Entsprechend getrübt ist aktuell die Stimmung bei Wanderers Kapitän Christian Czaika und Co. Doch der Blick geht jetzt schon wieder auf die kommenden Aufgaben.

Germering startet mit dem Freitags-Heimspiel gegen den ESC Dorfen in das nächste Spielwochenende. Bis ins Playoff-Viertelfinale der letztjährigen Saison ging es für die Eispiraten, wo man letztlich gegen den EHC Waldkraiburg den kürzeren zog. Ähnlich erfolgreich will man auch in der anstehenden Bayernliga-Spielzeit abschneiden.
Im vergangenen Sommer musste man jedoch erstmal die Abgänge von Alexander Rauscher (Erding), Patrick Beham, Marc Lenczyk (Moosburg) und den drei Neu-Germeringern Tobias Feilmeier, Florian Fischer und Daniel Kreß kompensieren. Fündig wurden man in den Verteidigern Tobias Fengler, Alexander Elsberger und Christian Seidlmayer sowie den Stürmern Stefan Hummel und dem US-Amerikaner Trevor Hills. Hills wird als zweiter Kontingentspieler neben dem Topscorer Lukas Miculka das Eispiraten-Trikot überstreifen. Hills wurde in Kassel geboren, weil sein Vater Brian dort als Profi in der zweiten Liga (später auch in der Schweiz) spielte. Der 1.75 Meter große und 82 Kilo schwere Stürmer hat die letzten drei Jahren in der College-Liga NCAA III beim Club SUNY Geneseo gespielt und in 77 Einsätzen 81 Scorerpunkte erzielt. Zurück beim ESC Dorfen ist Trainer John Samanski. Der 54-jährige Deutsch-Kanadier, der die Eispiraten bereits in den Saisonen 2011/2012 und 2012/2013 trainierte, tritt die Nachfolge von Heinz Feilmeier an, der nun bei den Wanderers an der Bande steht.
Die beiden Importspieler Miculka und Hills sind weit vorne in der aktuellen Scorerstatistik zu finden, daher gilt es gerade auf diese beiden Akteuren ein wachsames Auge zu haben.

Am Sonntag ist das Feilmeier-Team beim EV Moosburg zu Gast. Moosburg gehört zu den Teams, die vergangene Saison in die Abstiegsrunde mussten. Mit Platz neun verpasste der EVM ganz knapp die Chance, vorzeitig den Klassenerhalt zu sichern. Das Team von Trainer Dimitri Startschew hat einen ähnlich schwachen Start hingelegt wie die Münchner Vorstädter und sind aktuell punktgleich mit dem EVG. Etliche Veränderungen gab es im Kader der Dreirosenstädter. Neben Christian Birk (Pfaffenhofen) verließen mit Rudi Lorenz (Erding), Alexander Feistl (Karriereende), Dominik Schindlbeck (Passau) und Christian Seidlmayer (Dorfen) wichtige Leistungsträger den Verein. Gefüllt wurden diese Lücken überwiegend mit jungen Talenten. Bekanntester und sicherlich auch wertvollster Neuzugang ist der Tscheche David Michel, der letzte Saison mit 50 Punkten in 25 Spielen für Erding einer der Topscorer der Liga war. Nach eineinhalb Jahren beim Oberligisten EHC Waldkraiburg kehrt Torhüter Thomas Hingel zu den Grün-Gelben zurück. Auf Grund des Masterstudiums in Landshut wollte Hingel in der Region Eishockey spielen und beim EVM kann er nur eine wichtige Schlüsselfigur werden. Nachdem er bislang in verschiedenen Trikots anderer Vereine immer gegen den EV Moosburg spielte, schlüpft er im Alter von 30 Jahren erstmals in das Trikot der Dreirosenstädter: Die Rede ist von Abwehrmann Marc Lenczyk. Der Burgkirchener kommt von Liga-Konkurrent ESC Dorfen, wo er in der abgelaufenen Spielzeit vier Tore selber schoss und fünf vorbereitete.

An der Zielvorgabe von Wanderers Coach Heinz Feilmeier "drei Punkte pro Wochenende" müssen sich die Münchner Vorstädter die nächsten Wochen messen lassen. Dass Potential in der Mannschaft steckt, hat man phasenweise immer wieder zeigen können. Nun geht es darum, Kampf, Einsatz und Leidenschaft über die vollen 60 Spielminuten abzurufen und am Ende hoffentlich den erhofften Ertrag zu erzielen. Gleichermaßen muss die Defensive stabilisiert werden, um deutlich weniger Gegentore zu kassieren als in den Partien zuvor. Für die Schwarz-Gelben wäre es sehr wichtig zu punkten, um den Anschluss an das Tabellenmittelfeld nicht zu verlieren.