Wanderers melden sich eindrucksvoll zurück

13.02.2017 um 18:20 Uhr von Florian Hutterer

Foto: Richard Langnickel

„Big-Point-Spiele“ gegen Pfaffenhofen und in Passau

"Die Wanderers leben noch", muss man nach dem letzten Spielwochenende konstatieren. Über Einstellung, Engagement und Disziplin gewann man am vergangenen Freitag vor heimischen Publikum gegen die EA Schongau verdient mit 5:2. Die Tore für das Winhart-Team schossen J.C. Cangelosi (2x), Dominik Retzer (2x) und das Wanderers Urgestein Matthias Dosch. Man hat es geschafft, über weite Strecken des Spiels als Mannschaft aufzutreten und keine Zweifel aufkommen zu lassen, wer am Ende der Sieger sein wird. Auch wenn es im letzten Drittel noch ein paar Mal brenzlig vor dem Tor von Wanderers Goalie Severin Dürr wurde, hatten die Schwarz-Gelben dieses Mal das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite.
Am vergangenen Sonntag waren Markus Koch und Co. beim aktuellen Abstiegsrunden-Tabellenführer zu Gast. Nichts für schwache Nerven war die Partie im Geretsrieder Freiluftstadion. Ein schon verloren geglaubtes Spiel wandelten die Wanderers in einen 5:4 Sieg nach Verlängerung um. Dabei gelang es dem Winhart-Team einen 2:4 Rückstand binnen zwei Minuten kurz vor Ende der regulären Spielzeit zu egalisieren. Den Schwung in die darauf folgende Overtime mitgenommen, erzielte Stürmer Daniel Rossi nach nicht einmal zwei Minuten den viel umjubelten Siegtreffer für den EVG.
Damit geben die Münchner Vorstädter die rote Laterne an den EHF Passau ab, der zeitgleich in Pfaffenhofen unterlag. Da man aber lediglich wegen dem besseren Torverhältnis nicht mehr Tabellenletzter ist, heißt es weiterhin volle Konzentration auf die kommenden Aufgaben.

Am kommenden Freitag empfangen die Wanderers den EC Pfaffenhofen im Germeringer Polariom. Die "IceHogs" haben aktuell drei Punkte mehr auf dem Konto. Über die Wichtigkeit der Partie muss man demnach gar nicht lange reden. Das Team um Trainer Michael Dippold hat die letzten beiden Spiele mit einem Sieg und einer Niederlage absolviert. Die bisher punktstärksten Pfaffenhofener Spieler sind Stephan Trolda (12 Pkt.), Thomas Bauer (6 Pkt.) und der kanadische Kontingentspieler Matt Spafford (5 Pkt.). Sowohl Trolda als auch Spafford hat man erst Mitte Januar kurz vor Beginn der Playdowns verpflichtet. Dass es im Abstiegskampf sehr heiß hergeht, zeigen die Ergebnisse des ECP. Kein Spiel hat man mit mehr als zwei Toren gewonnen bzw. verloren. Die Zuschauer dürfen sich auf ein spannendes Aufeinandertreffen freuen.

Zwei Tage später reist das Team um Wanderers Coach Florian Winhart in die rund 200 Kilometer entfernte Universitätsstadt Passau. Die Blackhawks sind mit den Germeringern nach sieben absolvierten Partien punktgleich. Mit einer Kulisse von durchschnittlich über 500 Zuschauern können sich die Schwarz-Gelben auf einen Hexenkessel einstellen, zumal die Fans für ihren lautstarken Support bekannt sind. Vor heimischen Publikum ist die Statistik des EHF ausgeglichen, zwei Siege stehen zwei Niederlage gegenüber. Kurz vor Ende der Transferfrist haben die Passauer Verantwortlichen noch den 18-jährigen Stürmer Simon Schießl verpflichtet. Der junge Stürmer stammt ursprünglich aus dem Nachwuchs der Blackhawks, hat sich die letzten Jahre aber beim Nachbarn Deggendorfer SC weiterentwickelt. In der Hoffnung, dass trotz der weiten Auswärtsfahrt alle Mann an Bord sind, rechnet sich der EVG durchaus etwas zählbares aus.

Für die Wanderers beginnt jetzt die Zeit der Endspiele. Jeder nicht gewonnene Zweikampf, jede nicht genutzte Torchance, jeder nicht geholte Punkt kann am Ende entscheidend dafür sein, ob man nächstes Saison weiter Bayernliga spielt oder nicht. Gemeinsam nach vorne schauen und alle Kräfte bündeln, das ist jetzt wichtig und der Schüssel zum Erfolg. Mannschaft und Trainer freuen sich auf eine ähnlich euphorische Kulisse wie im letzten Heimspiel.