Was macht Mut – was bereitet Sorgen? Saison-Fazit zum Ende der Vorrunde

09.01.2017 um 18:09 Uhr von Florian Hutterer

Foto: Richard Langnickel

Wanderers beenden Vorrunde gegen den EC Pfaffenhofen

Nach dem verdienten Klassenerhalt in der letzten Saison gegen den EHF Passau konnte man im vergangenen Sommer nahezu die komplette Mannschaft halten. Lediglich Torhüter Timon Ewert und der amerikanische Kontingentspieler und Publikumsliebling J.C. Cangelosi konnten nicht an den Verein gebunden werden. Die Saisonvorbereitung verlief nahezu optimal und die Truppe zog im Training gut mit. Nach einer ordentlichen Testspielphase, mit drei Siegen bei zwei Niederlagen, ging man mit viel Vorfreude in die neue Saison. Was jedoch dann geschah, ist für viele bis jetzt noch immer nicht nachvollziehbar. Eine Serie von sage und schreibe 22 Niederlagen am Stück sind das Resultat der Monate Oktober bis Dezember. Viele schwache Auftritte sind zu konstatieren, teilweise bedingt durch eine ähnliche Verletztenmisere wie in der Spielzeit 2015/2016. Darüber hinaus hat ab und an die Einstellung und persönliche Leistungsbereitschaft gefehlt, um erfolgreich zu sein. Dass bei solch einer langen Durststrecke dann die nötige Stabilität in der Defensive fehlt, ist nicht verwunderlich. Wenn man dann noch vor dem gegnerischen Tor die oft gut herausgespielten Chancen nicht nutzt, darf man sich nicht wundern, dass man die Vorrunde als Tabellenletzter beenden wird.

Bei all den negativen Erkenntnissen gibt es im schwarz-gelben Lager aber auch positives zu berichten. Mit den Nachwuchsspielern Simon Kloppstock (17 Spiele), Maximilian Kolb (22 Spiele) und Konstantin Kolb (13 Spiele) hat man drei talentierte Kräfte in den Kreis der Seniorenmannschaft aufgenommen. Alle drei wussten zu überzeugen und haben bereits Scorerpunkte auf ihrem Konto verbuchen können. Ein wichtiger Faktor in der anstehenden Abstiegsrunde wird Torhüter Severin Dürr werden. Er ist schon die komplette Saison die unangefochtene Nummer eins im Kasten der Wanderers und geht als Führungsspieler stets voran. Zur Freude von Wanderers Coach Florian Winhart kann er aktuell nahezu aus dem Vollen schöpfen. Selbst Dominik Retzer, der während der Saison das ein oder andere Mal verletzungsbedingt fehlte und schmerzlich vermisst wurde, ist auf einem guten Weg, für den EVG noch richtig wertvoll zu werden. Den nötigen Impuls seitens der Vereinsverantwortlichen kam durch die Rückholaktion von US-Boy J.C. Cangelosi, dessen Verpflichtung man im Sommer nicht stemmen konnte. Er bereitet sich gerade intensiv mit seinen Teamkollegen auf die Abstiegsrunde vor und war bereits am letzten Spielwochenende mit drei Toren und einem Assist erfolgreich. Um gemeinsam an einem Strang zu ziehen und das Ziel Klassenerhalt zu erreichen, dafür braucht das Wanderers-Team natürlich die Fans. Die Vorrunde war geprägt von den Anfeuerungsrufen "Wir stehen immer zu Euch" oder "EVG, du wirst niemals untergehen", mit denen die schwarz-gelben Anhänger ihre bedingungslose Unterstützung zeigten. Auf diesen Support können Mannschaft und Trainer auch in der saisonentscheidenden Phase zählen.

Bevor es für das Winhart-Team in die Abstiegsrunde geht, steht am nächsten Sonntag (15.01.2017) noch das abschließende Vorrunden-Spiel gegen den EC Pfaffenhofen auf dem Programm. Als Tabellenletzter begrüßen die Wanderers den Tabellenvorletzten im Germeringer Polariom. Robert Neubauer (22), David Felsoci (18) und Thomas Bauer (15) sind die punktstärksten Akteure bei den Ice Hogs. Pfaffenhofen ist die Mannschaft mit der schlechtesten Powerplayeffizienz, gerade einmal 11 Tore konnten sie bei eigener Überzahl erzielen. Gleichermaßen kassieren sie die zweitmeisten Gegentore der Liga. Für Germering also die perfekte Gelegenheit, den Torabschluss zu verbessern. Zudem möchten sich Wanderers Kapitän Markus Koch und Co. für die unglückliche 4:6 Niederlage im Hinspiel revanchieren.

Die Wanderers möchten zum Vorrundenendspurt noch einmal Gas geben und ein Zeichen setzen, zumal man gegen Pfaffenhofen noch zweimal in der Abstiegsrunde treffen wird. Man spielt zuhause und muss daher selbst den Rhythmus bestimmen. Unabhängig vom Spielausgang wird Germering die Vorrunde als Tabellenletzter beenden, doch danach beginnt man wieder bei Null und kann die Saison zu einem guten und versöhnlichen Ende bringen.