Wanderers treffen auf die Topmannschaften aus Landsberg und Memmingen

28.11.2016 um 18:24 Uhr von Florian Hutterer

Foto: Richard Langnickel

Benedikt May verlässt die Wanderers in Richtung Heimat

Jede Woche dieselbe Erkenntnis. Einsatz, Kampf, Moral top und am Ende trotzdem keine Punkte. Die Durststrecke der Wanderers Germering hält an. Zu viele Fehler in der Defensive sowie die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Gehäuse sind aktuell das große Manko beim Winhart-Team. Bei den Schwarz-Gelben fehlt in der laufenden Saison ein echter Torjäger. Einer, der auch mal im Alleingang einen Treffer erzielen und so die junge Wanderers-Mannschaft mitreißen kann.
Es kommt daher auch nicht von ungefähr, dass Maximilian (5 Scorerpunkte) und Konstantin Kolb (3 Scorerpunkte) aus der eigenen U23 zu den punktbesten Spielern der Germeringer gehören. Die Brüder sind schon zum jetzigen Zeitpunkt die Entdeckung der Saison und bereiten den schwarz-gelben Anhängern sehr viel Spaß und Freude.
Jene zwei Akteure sorgten auch für den einzigen Wanderers-Treffer bei der 1:5 Niederlage gegen den TSV Peißenberg im Freitagsspiel. Lange Zeit bot man den verhältnismäßig eher schwach aufspielenden Eishacklern Paroli, ging am Ende aber wieder ohne Punkte vom Eis. Am Sonntag in Erding bekam man von übermächtigen Gladiatoren eine Lehrstunde erteilt. Dieses Spiel muss man ganz klar von den verbesserten Auftritten der Vorwochen abziehen. Man hatte nicht den Hauch einer Chance. Die Eishackler aus der Bierstadt waren sowohl läuferisch als auch spielerisch überlegen und am Ende musste man froh sein, dass nur ein 11:2 auf der Anzeigentafel stand. Abhaken und weitermachen, lautet die Devise.

Am kommenden Wochenende treffen die Wanderers auf zwei echte Topmannschaften der diesjährigen Bayernligasaison. Zum Derby reisen die Wanderers am Freitag nach Landsberg. Auch wenn man zwischenzeitlich mit den gezeigten Leistungen nicht zufrieden war, kann man als aktueller Tabellensiebter mit gerade einmal drei Punkten Rückstand auf die Top 3 durchaus von einer erfolgreichen Saison sprechen. Marcel Juhasz (20), Dennis Sturm (19) und der kanadische Kontingentspieler Cody Freeman (15) sind aktuell die Punktbesten in der internen Scorerstatistik. Von der Performance von Cody Freeman ist man aber in Landsberger Fankreisen aktuell nicht zufrieden. Er rangiert derzeit lediglich auf dem 9. Platz in der Kontingentspieler-Statistik.
Definitiv fehlen wird den Riverkings Stürmer Martin Schwaiger. Der vor der Saison vom Oberligisten ERC Sonthofen an den Lech gewechselte Angreifer hat sich Ende Oktober das Schlüsselbein gebrochen, wurde bereits erfolgreich operiert. Wann er wieder einsatzfähig ist, ist aktuell noch unklar. In Landsberg wartet auf die Mannschaft um Wanderers Coach Florian Winhart ähnlich wie vergangene Woche in Erding ein Hexenkessel. Mit knapp 900 Zuschauern im Schnitt zählen die Riverkings zu den am besten besuchten Vereinen bei Heimspielen.
Im Hinspiel Mitte Oktober beim 2:7 zog der EVG deutlich den Kürzeren, im Derby der Saison 2015/2016 nahmen jedoch die Schwarz-Gelben die drei Punkte mit nach Hause.

Zwei Tage später kommt der Tabellenzweite aus Memmingen ins Germeringer Polariom. Beim 9:0 der Hausherren im Hinspiel am Hühnerberg kassierten die Schwarz-Gelben die zweithöchste Saisonniederlage. Die Ausfälle von Matthias Dosch, Martin Pfohmann, Dominik Retzer und Daniel Rossi konnten nicht kompensiert werden, so war das Ergebnis für die schwarz-gelben Anhänger nicht sehr verwunderlich. Seit dem 01.12. ist Timo Schirrmacher für die Indians spielberechtigt. Er ist die einzige Veränderung im Kader im Vergleich zum Hinspiel. Schirrmacher stammt aus dem Memminger Nachwuchs, spielte in den DNL-Mannschaften von Rosenheim, Augsburg und Kaufbeuren, ehe er Mitte Oktober vom Oberligisten ERC Sonthofen nach Memmingen wechselte. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Sven wird er nun für den ECDC auflaufen. Die besten Memminger Scorer sind aktuell Antti-Jussi Miettinen, Daniel Huhn und Lukas Varecha. Ein Hauch von NHL-Feeling bringt der 44-jährige Verteidiger-Hüne Jan Benda mit in die Münchner Vorstadt. Er schnürte bereits für die Washington Capitals die Schlittschuhe.
Gegen den ECDC Memmingen muss das Team um Wanderers Kapitän Markus Koch möglichst von der Strafbank fernbleiben. Die Indians spielen das effektivste Powerplay und zählen gleichermaßen zu den Besten im Penaltykilling.

Im schwarz-gelben Lager wird man trotz der Gesamtsituation nicht hyperventilieren. Man lässt sich auch keine Panik einreden. Verein und Umfeld sind zuversichtlich, dass man bald aus der momentanen Situation herausfindet. Die wichtigen Entscheidungen fallen am Ende der Saison.
Dass die Wanderers Mannschaften wie Landsberg und Memmingen ärgern können, ist in der Liga bekannt. Ob man in der aktuellen Verfassung dazu in der Lage ist, wird sich zeigen. In der jetzigen Situation ist nicht abzusehen, gegen welches Team der Knoten platzt und die ersten Punkte eingefahren werden. Vielleicht muss einer der vermeintlichen Favoriten daran glauben.


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Mit dem Beginn der Wechselfrist zum 01. Dezember 2016 müssen die Wanderers einen schmerzhaften Abgang vermelden. Nicht mehr das schwarz-gelbe Trikot tragen wird ab sofort Benedikt May. Der flinke Stürmer wechselte 2010 im Alter von gerade einmal 17 Jahren in die Münchner Vorstadt und entwickelte sich über die Jahre zu einem unverzichtbaren Leistungsträger. Nach 187 Pflichtspieleinsätzen müssen die Wanderers unter Leitung von Trainer Florian Winhart nun ohne ihren Publikumsliebling auskommen. May wechselt zurück zu seinem Heimatverein und nennt vor allem seine aktuelle berufliche Situation und seinen Wohnsitz in Geretsried als Gründe für seinen Abgang. „Ich möchte mich bei den Wanderers-Fans und bei den Verantwortlichen für die Unterstützung in den letzten Jahren ganz herzlich bedanken. Außerdem wünsche ich dem Verein und meinen ehemaligen Mannschaftskameraden weiterhin alles Gute“, so der 23-Jährige. Die Verantwortlichen des Bayernligisten bedauern den Abgang sehr, wünschen Benedikt für seine Zukunft jedoch nur das Beste. May hat in den vergangenen Jahren das Spiel der Wanderers sehr geprägt und wird in Germering immer herzlich Willkommen sein. Der sportlichen Leitung ist die Schwere des Abgangs bewusst und daher arbeitet man unter Hochdruck daran, schnellst möglich Ersatz zu präsentieren.