Kämpfen um jeden Millimeter Eis

14.11.2016 um 15:04 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Die ersten Punkte sollten am vergangenen Wochenende endlich auf dem Papier stehen. Trotz Siegeswillen gelang es der Mannschaft von Trainer Florian Winhart jedoch nicht, den Rivalen aus Geretsried vor heimischem Publikum zu besiegen. Auch zwei Tage später konnten die Wanderers nicht punkten. Denn die Partie beim letztjährigen Relegationsgegner Passau musste aufgrund einer defekten Eismaschine kurzfristig abgesagt werden. Der Kampf um die drei zu vergebenen Punkte wird damit vertagt, bis ein Ersatztermin gefunden wurde.

Am kommenden Wochenende stehen für Kapitän Markus Koch und sein Team zwei weitere Aufgaben an, um endlich die ersten Punkte einzufahren. Mit dem Freitagsgegner Dorfen kommt jedoch eine echte Herkulesaufgabe in das Polariom. Seit der Verpflichtung von Trainer Heinz Feilmeier in der Saison 2015/16 befinden sich die Eispiraten auf einem regelrechten Höhenflug. Denn schon in seinem ersten Jahr in Dorfen erzielte Feilmeier mit drei Punkten Abstand auf Tabellenführer Lindau den zweiten Platz und formte damit das Überraschungsteam der Liga. Bestätigt wird seine Arbeit auch in der laufenden Spielzeit. Denn wieder gehört der ESC zu den treibenden Kräften in der Bayernliga und setzt sich in der oberen Tabellenhälfte fest. Ausschlaggebend für diesen Erfolg ist vor allem Kontingentspieler Lukas Miculka. Der 27-jährige Tscheche gehört seit vier Jahren zu den gefährlichsten Angreifern der Liga und erzielte in der abgelaufenen Saison sage und schreibe 83 Punkte in 34 Spielen. Jede Menge Erfahrung bringen auch Andreas Attenberger, Torhüter Andreas Tanzer, Trainersohn Tobias Feilmeier sowie die Brenninger-Brüder mit, die zusammen bereits über 1000 Partien in der höchsten bayerischen Eishockeyliga auf ihrem Konto verbuchen können.

In der Ferne müssen die Wanderers am Sonntag in Pfaffenhofen ran. Die „IceHogs“ erwischten einen ähnlich schlechten Start in die Bayernliga-Saison und sind momentan mit vier Punkten einen Platz vor Germering. An der Ilm wurde diesen Sommer ein großer Umbruch vollzogen. Neun Abgänge stehen elf Neuzugängen gegenüber. Auch auf der Trainerposition wurde ein Wechsel bekannt gegeben. Für den nach Buchloe abgewanderten Topias Dollhofer kam Heinz Zerres vom EV Aich. Zerres erwartete eine denkbar schwere Aufgabe, musste er doch gleich auf die vier punktbesten Spieler der Vorsaison verzichten. Als wäre das nicht genug, hängte auch der langjährige ECP-Keeper Andreas Banzer seine Schlittschuhe an den Nagel. Kompensieren sollen das nun vor allem junge Kräfte, die aus der Umgebung und dem eigenen Nachwuchs verpflichtet wurden. Zwar sind die „IceHogs“ damit ein Gegner auf Augenhöhe, sie gelten jedoch seit Jahren als Angstgegner der Wanderers. Denn nur eine von sechs Partien konnte in der letzten Saison gegen Pfaffenhofen gewonnen werden und auch über die Saison hinaus tat man sich häufig schwer.

Die Winhart-Truppe ist also gewarnt und muss am Wochenende um jeden Millimeter Eis hart kämpfen, um endlich Zählbares vorweisen zu können. Denn genau diese Tugend machte in den vergangenen Jahren das Spiel der Wanderers aus, wodurch der Titel „Favoritenschreck“ einst die Runde machte. Genau diese Kampfbereitschaft und den Willen, alles zu geben, gilt es, zurückzuerlangen, um endlich wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.