Keine Zeit zum Trauern

12.03.2016 um 15:14 Uhr von Markus Degenhardt

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Wanderers unterliegen in letzter Sekunde vor Rekordkulisse

Es hat nicht sollen sein. Mit einem Heimsieg gegen den EHF Passau hätte die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl die Relegationsserie vorentscheiden und die Weichen für ein weiteres Jahr Bayernliga stellen können. Alle Hoffnung zunichtemachte89 eine Sekunde vor Schluss der Gast aus Niederbayern und erzwingt damit Spiel drei, welches bereits am morgigen Sonntag ausgetragen wird.

Die Brisanz der Partie hatte sich über den Landkreis herumgesprochen, sodass das Polariom mit fast 1.000 Zuschauern eine gebührende Kulisse bot. Mit einem Spruchband und hunderten Luftballons hatte der Fanclub „Freaky Family“ eine starke Choreographie vor Spielbeginn auf die Beine gestellt. "Daran glaub - dafür kämpfen - danach feiern!", titelte der rund 20 Meter lange Banner und sollte ein klares Zeichen Richtung Mannschaft senden.

Vorwerfen können die Fans ihrem Team jedoch wenig. Über volle 60 Minuten riefen Kapitän Matthias Dosch und Kollegen eine kämpferische Leistung ab und waren augenscheinlich auch die spielbestimmende Mannschaft. Einzig mit der Fülle an Torchancen gingen die Hausherren fahrlässig um und verpassten es vor allem im Mittelabschnitt den Sack sprichwörtlich zuzumachen. 

In den ersten 20 Minuten sahen die Zuschauer noch einen offenen Schlagabtausch, der aus Sicht der Wanderers unglücklich begann. Gleich mit der ersten Möglichkeit gelang es dem EHF in Person von Patrick Geiger in Führung zu gehen. Genug Möglichkeiten den Rückstand noch vor dem ersten Pausentee zu egalisieren waren zu genüge vorhanden, wurden aber durch Ladehemmungen in der Offensive oder durch den stark aufgelegten Christian Hamberger im Tor der Gäste vereitelt. In der 15. Spielminute ertönte bereits die Tormelodie, verstummte aber kurze Zeit später wieder. Hauptschiedsrichter Roland Wittmann entschied auf ein Schlittschuhtor, welches nach Regelwerk nicht zulässig ist. Die nächste Möglichkeit den Ausgleich zu erzielten hatte J.C. Cangelosi nur kurze Zeit später. Der sonst so treffsichere Amerikaner scheiterte jedoch bei einem ihm zugesprochenen Penalty an EHF-Schlussmann Hamberger.

Nach der Pause wurde der schwarz-gelbe Anhang endlich erlöst. Trotz personeller Unterzahl gelang es Benedikt May die Hartgummischeibe zum verdienten Ausgleich in die Maschen zu drücken! Keine zwei Minuten später hatte J.C. Cangelosi und Martin Dürr die wohl beste Chance nachzulegen. Doch wieder fand man in Hamberger seinen Meister. Drei Minuten vor dem erneuten Ertönen der Pausensirene gab es zum zweiten Mal mächtig Diskussionsstoff auf und neben dem Eis. Wieder wurde ein Tor der Wanderers aberkannt – wieder entschied Wittmann auf ein unerlaubtes Schlittschuhtor.

Damit wurde die Entscheidung auf das Schlussdrittel vertagt, indem es lange Zeit nach einem Sieg der Wanderers aussah. Nach fünf wiedergespielten Minuten gelang es J.C. Cangelosi die erstmalige Führung für seine Farben herbeizuführen und platzierte einen Nachschuss von Christian Czaika unhaltbar hinter der Torlinie. Darauffolgend verpassten die Hausherren das dritte Tor zu erzielen und wurden dafür bitterböse bestraft. In das Rampenlicht stellten sich die Unparteiischen fünf Minuten vor Schluss. Obwohl keiner der drei Spielleiter das angebliche Foul der Wanderers eindeutig sah, entschieden sie sich im Kollektiv eine zweiminütige Strafzeit auszusprechen. Dieses Geschenk nahm Passau dankend an und erzielte in der 57. Spielminute zum großen Jubel der über 100 mitgereisten schwarz-roten Anhänger den 2:2 Ausgleichstreffer. Die Spannung im Polariom stieg dadurch ins unermessliche und alles deutete auf eine Verlängerung hin. Doch auf weiteren Nervenkitzel verzichten wollte Patrick Geiger und schoss seine Mannschaft exakt eine Sekunde vor Schluss mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend zum Sieg.

Dementsprechend ernüchternd waren die Gesichter auf den Tribünen kurz nach Spielende. Dennoch entwickelte sich recht schnelle eine „Steh-Auf-Mentalität“ und so wurden alle Akteure auf dem Eis mit Applaus verabschiedet. Trotz der schmerzhaften Niederlage hat die große Kreisstadt am morgigen Sonntag die Möglichkeit, die Serie auf fremden Eis zu entscheiden und somit den Klassenerhalt einzufahren. Spielbeginn in Niederbayern ist um 18:30 Uhr.

Wie vergangene Woche ist auch bei dieser Partie einiges zu beachten. Da die „Black Hawks“ an diesem Tag erneut mit einem gut gefüllten Haus rechnen, ist für die Gastmannschaft ein Stehplatzkontingent von mindestens 50 Stehplätzen hinterlegt. Wer einen Sitzplatz ergattern möchte oder Bedenken hat, dass das ausgeschriebene Kontingent nicht ausreicht, kann via E-Mail (ticketing@blackhawks-passau.de) „on top“ Karten vorbestellen. Alle Tickets müssen bis spätestens 18:00 Uhr an der Abendkasse bezahlt und abgeholt werden. Für eine Sitzplatzreservierung wird zusätzlich die Preiskategorie benötigt. Alle Eintrittspreise und weitere Informationen zum Vorverkauf sind auf der gegnerischen Internetseite (www.blackhawks-passau.de) zu entnehmen.

Durch die weiterhin andauernde Messe ist die Parkplatzanzahl vor dem Stadion immer noch deutlich begrenzt. Allen Autofahrern wird daher das Parkhaus am Messepark (Pionierstraße 3, 94036 Passau) empfohlen.

Alle Wanderers-Fans sind angehalten ihre Mannschaft im definitiv letzten Saisonspiel noch einmal kräftig zu unterstützen. Noch ist nichts verloren und gemeinsam wollen Mannschaft und Fans am Sonntagabend das Unmögliche möglich machen!