Wanderers müssen zittern

07.02.2016 um 20:46 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Penaltysieg gegen Pfaffenhofen reicht nicht aus

Die Wanderers Germering haben es am vergangenen Wochenende endlich geschafft. Am Freitagabend gelang es der Mannschaft von Trainer Alfred Weindl den ersten Saisonsieg gegen den EC Pfaffenhofen einzufahren. Die Freude über den Heimerfolg wehrte jedoch nicht lange. Bereits zwei Tage später kassierte man im ungeliebten Eisstadion von Geretsried eine herbe 2:6 Niederlage und muss nun um den Klassenerhalt zittern.

Die Partie gegen Pfaffenhofen begann nach 37 Sekunden mit einem zugesprochenen Penalty recht vielversprechend. Doch der sonst so treffsichere Amerikaner J.C. Cangelosi scheiterte in dieser Situation gegen ECP-Schlussmann Andreas Banzer. Eine Empfehlung für die in wenigen Wochen startende Oscarverleihung in Los Angeles gab in der achten Spielminute Martin Kuritko ab. Nach einem Beinstellen von Christian Czaika hob der gebürtige Tscheche spektakulär ab und blieb solange auf dem Eis liegen, bis das Schiedsrichtergespann ihm seine Rolle abkaufte und Czaika mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe in die Kabine schickte. Reichliche Pfiffe waren Kuritko mit dieser Aktion garantiert, der sich nach nicht einmal einer Minute wieder unversehrt einwechseln ließ. Die fünfminütige Unterzahlsituation überstanden die Wanderers schadlos, konnten sogar den ein oder anderen Konter einleiten. Eine erneute Strafzeit kurze Zeit später führte jedoch aus Sicht der Gäste zum Erfolg. Ausgerechnet Ex-Germeringer Mathias Jeske schoss Pfaffenhofen mit einem platzierten Schuss von der blauen Linie vier Minuten vor dem ersten Pausentee in Führung. Nach Wiederbeginn entwickelte sich ein gegen die „IceHogs“ in dieser Saison typischer Spielverlauf. Innerhalb von 27 Sekunden fand erst ein Sonntagsschuss von David Vokaty den Weg hinter Timon Ewert, bevor ECP-Youngstar Marco Deubler mit einem sehenswerten Solo den Doppelpack perfekt machte. Trotz des deutlichen 0:3 Rückstands zeigten die Hausherren Moral und konnten die Partie noch im selben Spielabschnitt drehen! Den Startpunkt für eine Aufholjagd setze in der 33. Spielminute Daniel Rossi. Dieser war es außerdem, der rund zehn Minuten danach ein passgenaues Zuspiel seines Teamkollegen Cangelosi zum 2:3 einnetzen konnte. Kurz darauf mussten auch die Gäste für den Rest der Partie auf einen Spieler verzichten. Markus Welz bekam nach einem überharten Bandencheck ebenfalls eine Spieldauerdisziplinarstrafe (37. Min.)  zugesprochen, was den Hausherren eine fünfminütige Überzahlsituation bescherte. Diese zu nutzen wusste Martin Pfohmann. Innerhalb exakt einer Minute wendete er die Partie mit zwei Treffern und brachte seine Farben erstmalig mit 4:3 in Führung. Mit dementsprechend tobenden Applaus wurde seine Mannschaft in die Kabine verabschiedet. In den letzten 20 Spielminuten sahen die Zuschauer einen offenen Schlagabtausch. Zum Leid der lautstarken Wanderers-Fans, die ihre Mannschaft über die gesamte Partie nach vorne peitschten, gelang es der Weindl-Truppe nicht, das vorentscheidende fünfte Tor zu erzielen. Stattdessen bestrafte Martin Kuritko die fehlende Kaltschnäuzigkeit des Gastgebers und glich kurz vor Ende der Partie aus. In der darauffolgenden Verlängerung konnte trotz einer Strafzeit der „IceHogs“ kein Sieger ermittelt werden, sodass es in das Penaltyschießen ging. Auch hier bedurfte es einen extra Durchgang, bis der Zusatzpunkt schließlich vergeben werden sollte. Diesen sicherte sich Martin Pfohmann und wurde mit seinem dritten Treffer an diesem Abend zugleich Matchwinner dieser Begegnung.

Mit dem Erfolgserlebnis im Gepäck ging es schließlich zwei Tage später nach Geretsried. Wie bereits am Freitag liefen die Hausherren einen Rückstand hinterher. In der vierten Spielminute gelang es dem ESC erstmals in Führung zu gehen. Dass er das Tore schießen nicht verlernt hat, zeigte J.C. Cangelosi wenige Minuten später und konnte noch vor dem erstmaligen Ertönen der Pausensirene ausgleichen. Das Mitteldrittel begann aus Sicht der Wanderers eigentlich vielversprechend. Fast im Minutentakt kamen die Schwarz-Gelben gefährlich vor das gegnerische Tor, scheiterten jedoch entweder an sich selbst oder am gut aufgelegten David Albanese. In der 36. Spielminute sollte es dann dennoch endlich gelingen. Wieder war Cangelosi, der ein Zuspiel von Martin Pfohmann und Markus Koch verwandelte. Danach kamen die Gäste ein wenig ins Strudeln und gaben die Führung noch im selben Spielabschnitt aus der Hand. Nach einem Stocher-Tor folgte wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff ein gewaltiger Schlagschuss von ESC-Kontingentspieler Horváth, der den Weg in die Maschen fand. Mit guten Vorsätzen wollte Kapitän Matthias Dosch und sein Team im letzten Drittel die Partie noch einmal an sich reißen. Doch ärgerlicherweise wurde dieses Vorhaben sofort nach Wiederbeginn unterbunden. Zur großen Verwunderung auf den Tribünen erhielt J.C. Cangelosi direkt nach dem Bully eine zwei plus zwei minütige Strafzeit. Die Hausherren ließen sich nicht zweimal bitten und nahmen das Geschenk der Unparteiischen dankend an. Mit zwei weiteren Treffern und damit insgesamt drei Toren Abstand war die Partie somit frühzeitig entschieden. In den restlichen Spielminuten gelang es den Wanderers nicht mehr, die Partie noch einmal spannend zu machen. Stattdessen setze sich mal wieder Ondrej Horváth in Szene und konnte den 6:2 Endstand herstellen. Die Schuld an der Niederlage dem Schiedsrichtergespann zuzuschreiben wäre an diesem Abend zu einfach. Vielmehr muss sich die Mannschaft hinterfragen, warum man es dem ESC so einfach machte, zurück in die Partie zu finden und eigene hochkarätige Torchancen auf der Strecke blieben.

Mit drei Punkten Abstand auf Platz zwei und nur noch drei Punkten Vorsprung auf den Tabellenletzten Pegnitz wird es für die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl nun bittereng. Möchte man den direkten Abstieg und auch die Relegation vermeiden, müssen am kommenden Wochenende dringend Siege folgen!

Die nächste Möglichkeit dazu bietet sich kommenden Freitag. Um 20:00 Uhr gastieren im Germeringer Polariom die „IceDogs“ aus Pegnitz. Keine 48 Stunden später macht sich neben dem Mannschaftsbus auch ein Fanbus auf den Weg ins Frankenland. Denn bereits am Sonntag kommt es zum Rückspiel in Pegnitz. Spielbeginn in der Ferne ist um 17:30 Uhr.