Zwischenrunden-Traum wohl geplatzt

03.01.2016 um 19:13 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Wanderers gehen am Bodensee baden

Die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl war am vergangenen Sonntagabend beim Tabellenführer EV Lindau regelrecht zum Siegen verdammt, um weiterhin von der Zwischenrunde träumen zu dürfen. Dass es sich dabei um kein leichtes Unterfangen handelt, bekamen die Wanderers bereits im Hinspiel zu spüren. Die mit zahlreichen Ex-Profis bespickte Lindauer Mannschaft gewann damals deutlich mit vier Toren Unterschied im Germeringer Polariom.

Auch an diesem Spieltag sollte die junge Weindl-Truppe die individuelle Klasse der Schwaben frühzeitig zu spüren bekommen. Zwar überstand Germering die erste Unterzahlsituation schadlos, musste jedoch kurz nach Ablauf der Strafzeit den erstmaligen Rückstand durch den deutsch-tschechischen Angreifer Jiri Mikesz hinnehmen. Kurze Zeit später hatten die Wanderers in eigener Überzahl wohl die beste Möglichkeit, das 1:0 der Hausherren wieder zu relativieren. Doch statt dem Ausgleich gelang dem Gastgeber ein blitzsauberer Konter und erhöhte in Person von Martin Sekera auf 2:0. Die Weichen schon frühzeitig auf Heimsieg stellen sollte noch vor der 10. Spielminute EVL-Angreifer Marco Babic. Er nutzte eine Undiszipliniertheit der Gäste eine Sekunde vor Ablauf der Strafzeit gnadenlos aus. Auch im zweiten Spielabschnitt taten sich die Wanderers, die sich in Lindau viel vorgenommen hatten, äußerst schwer in ihr Spiel zu finden. Den endgültigen K.O.-Schlag setzen die „Islanders“ den Wanderers mit einen Doppelschlag bei. Fabian Sing sowie Zdenek Cech sorgten für die vorzeitige Entscheidung in dieser Partie. Zum Leid der mitgereisten Wanderers-Fans waren zu diesem Zeitpunkt noch fast zwei Drittel zu spielen, in denen ihre Mannschaft nun lediglich auf Schadensbegrenzung aus war. Der Tabellenführer ließ sich vor rund 900 Zuschauern jedoch nicht das Toreschießen verbieten und spielte sich regelrecht in einen Rausch. Noch im selben Spielabschnitt gelang es dem Vorjahresmeister ein 7:0 auf der Anzeigetafel aufleuchten zu lassen. Auch in den letzten 20 Spielminuten stellten die Schwaben ihre Offensiv-Abteilung nicht ein. Insgesamt drei weitere Treffer sorgten letzten Endes für einen 10:1 Endstand. Den Ehrentreffer (50. Min.) auf Seiten der Wanderers gelang an diesem Abend Stefan Sohr.  

Nachdem der direkte Konkurrent um Tabellenplatz 10, ESV Buchloe an diesem Spieltag gegen Schlusslicht Geretsried überzeugen konnte, beläuft sich der Abstand auf eine Zwischenrundenplatzierung nun mehr auf satte fünf Zähler. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, damit die Wanderers  diesen Rückstand noch einholen können. Denn dafür müsste der ESV, der den direkten Vergleich gegen die Münchner Vorstädter gewann, die verbleibenden zwei Vorrundenpartien allesamt in regulärer Spielzeit verlieren – die Schwarz-Gelben dagegen gewinnen. Womöglich dazu beitragen könnte der EV Pegnitz, der sich durch seinen heutigen Auswärtserfolg in Pfaffenhofen eine Außenseiterrolle erspielte. Denn anders als ihre Mitstreiter haben die Franken durch ein Nachholspiel gegen den ECDC Memmingen (08.01.) noch neun Punkte offen. Zudem trifft am letzten Spieltag Pegnitz auf den aktuellen Zehnten Buchloe. Dem ESV diesen Tabellenplatz noch streitig zu machen ist somit rechnerisch noch möglich, gleicht aber einer gewaltigen Sensation.

Für die Wanderers stehen nun noch zwei weitere Vorrundenpartien auf dem Programm.  Bevor man am 10. Januar zu Hause den EV Moosburg empfängt, geht es am „Dreikönigstag“ zu den Waldkraiburger Löwen. Beide Partien beginnen jeweils um 18:00 Uhr.