Wanderers bleiben trotz Personalnot im Rennen

20.12.2015 um 21:51 Uhr von Markus Degenhardt

Tabellenplatz zehn im Fokus (Foto: Richard Langnickel)

Auf Heimniederlage folgt Auswärtserfolg in Geretsried

Nachdem man im Wanderers-Lager bereits in der vergangenen Wochen mit zahlreichen Ausfällen zu kämpften hatte, erreichte die Verletztenmisere am abgelaufenen Wochenende ihren Höhepunkt. Insgesamt acht (!) Ausfälle hatte Trainer Alfred Weindl zu verkraften. Neben den Verteidigern Matthias Dosch, Michael Schmidbauer und Sven Schittenhelm fehlte vor allem in der Offensivabteilung eine Reihe an Spielern. Christian Czaika, Sven Goblirsch, Benedikt May, Nico Rossi und Martin Pfohmann konnten nicht für ihre Farben auf Torjagd gehen.

Dementsprechend geschwächt, gelang es den Hausherren nicht ihre zahlreichen Ausfälle zu kompensieren. Zu allem Überfluss gingen die Gäste in der dritten Spielminute durch eine Überzahlgelegenheit früh in Führung. EVM-Stürmer Christian Birk fixierte die Hartgummischeibe hinter Timon Ewert. Wenig später konnten die „IceHogs“ das Ergebnis weiter ausbauen. Ex-Germeringer Mathias Jeske nahm sich auf Höhe der blauen Linie ein Herz und zimmerte das Spielgerät zum 0:2 in die Maschen. Hoffnung keimte in der siebten Spielminute auf. Nach einem Foul an Stefan Sohr entschied das Schiedsrichtergespann auf einen Penalty. Diesen verwandelte der 25-Jährige souverän und brachte seine Mannschaft zurück in die Partie. Alle Hoffnungen wurden jedoch schnell zu Nichte gemacht. Zweimal Marco Deubler und erneut Christian Birk konnten das Ergebnis noch im ersten Spielabschnitt auf 1:5 nach oben schrauben. Mit diesem deutlichen Rückstand trat die Weindl-Truppe schließlich den Weg in die Kabine an. Im zweiten Spielabschnitt merkte man den dezimierten Hausherren deutlich an, dass sie die Partie noch nicht aufgegeben haben. Mit tollem Kampfgeist und lautstarken Fans im Rücken erkämpften sie sich immer wieder Möglichkeiten. Einzig im Abschluss haderte man mit sich selbst, sodass es nach 40 gespielten Minuten beim 1:5 blieb. Ein frühes Tor nach Wiederbeginn durch Verteidiger Markus Koch brachte noch einmal zusätzliche Energie. In Folge sahen die rund 250 Zuschauer im Polariom Germering fast ausschließlich ein Spiel auf das Tor der Gäste, die sich womöglich bereits zu früh auf einen Auswärtssieg eingestellt hatten. Noch einmal richtig spannend wurde die Partie durch Daniel Rossi. Er traf zum zwischenzeitlichen 3:5 (48. Min.) und brachte seine Mannschaft auf zwei Tore heran. Etwas gegen eine Aufholjagd hatte jedoch ECP-Kontingentspieler Kuritko. Sechs Minuten vor dem Ende nutzte er eine Kontermöglichkeit zum 3:6 Endstand aus.

Zwei Tage später ging es für die Wanderers schließlich nach Geretsried. Auch unter freiem Himmel hatte Coach Alfred Weindl gerade einmal 14 Feldspieler zur Verfügung. Wieder mit eingreifen konnte an diesem Abend Benedikt May. Anders als am Freitag, begann die Partie für die Wanderers äußert erfreulich. Nach gerade einmal zwei Minuten brachte Georg Critharellis seine Farben mit einem platzierten Schuss in Führung. Kaum hatten die rund 40 mitgereisten schwarz-gelben Anhänger aufgehört zu jubeln, konnten sie erneut Freudenschreie ausstoßen. US-Boy J.C. Cangelosi gelang in der 5. Spielminute das 2:0 aus Sicht der Gäste. Auch im Anschluss waren die Münchner Vorstädter das spielbestimmende Team. Bedanken konnten sich die Gastgeber bei ihrem Schlussmann, der sie vor einem höheren Rückstand bewahrte. Eine Strafzeit, der eine klare Abseitssituation vorausgegangen war, sollte in der 17. Spielminute die Partie völlig auf den Kopf stellen. Denn kurz nach Wiederanpfiff gelang es den „RiverRats“ den 1:2 Anschlusstreffer zu markieren. Doch es kam noch schlimmer. Kurz vor dem Pausentee stellte der tschechische Kontingentspieler Ondrej Horváth sein Können unter Beweis und traf sieben Sekunden vor dem Ertönen der Pausensirene zum 2:2. Wie bereits im Hinspiel fiel Horváth erneut mit einem provokanten Torjubel in Richtung der gegnerischen Fans auf, was ein Spieler seiner Klasse wahrlich nicht nötig hat. Im Mitteldrittel begann die Partie schließlich von neuem und entwickelte sich zu einem kampfbetonten Spiel. Da sowohl Severin Dürr als auch sein Gegenüber Michael Iszovics in diesem Abschnitt keine Tore zuließen, stand auch nach 40 Minuten ein 2:2 auf der Anzeigetafel. In den letzten 20 Minuten sollte schließlich ein Gewinner ermittelt werden. Erneut war es J.C. Cangelosi, der die mitgereisten Wanderers-Fans in Jubel versetzte. Ein Zuspiel seiner Teamkollegen Benedikt May und Daniel Rossi verwandelte er zum wichtigen 3:2 Führungstreffer. Die Partie vorentscheiden konnte Quirin Reichel gerade einmal 39 Sekunden später und traf zum 4:2 Endstand.

Mit dem Auswärtserfolg unter freiem Himmel stehen die Wanderers nun wieder auf dem heiß begehrten 10. Tabellenplatz. Da jedoch auch die Konkurrenz zu überzeugen wusste, bleibt es in der Tabelle äußerst eng. Gerade einmal ein Punkt trennt die Wanderers von ihren Mitstreitern Buchloe und Pfaffenhofen. Auch der EV Pegnitz ist mit zwei Punkten Abstand und einem Spiel weniger noch mit im Rennen.

Gegen direkte Tabellennachbarn geht es in den kommenden Partien. In sogenannten „Sechs-Punkte-Spielen“ duelliert man sich am 2. Weihnachtsfeiertag (17:00 Uhr) beim ESV Buchloe, bevor man am 29. Dezember den EV Pegnitz auf heimischen Eis empfängt. Spielbeginn im Polariom ist am Dienstagabend um 20:00 Uhr.