Die Zwischenrunde im Visier

30.12.2015 um 12:45 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Germering zu Gast bei zwei Meisterschaftskandidaten

Mit dem 6:3 Heimerfolg am gestrigen Dienstagabend gegen den EV Pegnitz haben sich die Wanderers im Kampf um Tabellenplatz zehn zurückgemeldet. Um weiterhin alle Chancen auf die Zwischenrunde zu wahren, ist die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl jedoch dazu verpflichtet, auch in den kommenden Partien Zählbares einzufahren.

Einfach wird dieses Unterfangen definitiv nicht. Denn direkt nach dem Jahreswechsel bekommen es die Wanderers gleich mit zwei „dicken Brocken“ zu tun. Die erste Herkulesaufgabe wartet kommenden Sonntag auf das Team um Kapitän Matthias Dosch. Bereits am frühen Nachmittag setzt sich der Mannschaftsbus in Richtung Bodensee in Bewegung. Zu Gast sind die Wanderers beim EV Lindau, der sich noch berechtigte Hoffnungen auf die Vorrunden-Meisterschaft machen darf. Gegen die Schwaben gab es in den vergangenen Jahren immer wieder lebhafte Duelle. Im Hinspiel zog die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl in dieser Saison das kürzere Los und musste sich gegen die individuelle Klasse der Lindauer mit 3:7 geschlagen geben. Denn davon besitzt das Team von Trainer Sebastian Buchwieser zu Genüge. Denn mit Martin Sekera, Zdenek Cech, Michal Mlynek, Jiri Mikesz sowie dem Brüderpaar Alex und Johann Katjuschenko besitzt der EVL gleich sechs deutsch-tschechische Akteure, die alle über eine höherklassige Spielpraxis verfügen. Weitere Stützen sind auch Marko Babic, der vor der Saison vom Oberligisten TSV Erding an den Bodensee wechselte, sowie der slowakische Kontingentspieler und zugleich Abwehrchef Lubos Sekular. Diese geballte Kompetenz gilt es diesmal, anders als im Hinspiel, unter Kontrolle zu bringen, wenn man für eine Überraschung am Bodensee sorgen möchte. Womöglich im Tor stehen könnte an diesem Abend Ex-Germeringer Goalie Sebastian Reisinger. Reisinger hütete in den vergangenen zwei Spielzeiten das Tor der Wanderers und wechselte in der aktuellen Saison über Buchloe nach Lindau. Dabei zu helfen, die Offensiv-Abteilung der Schwaben in den Griff zu bekommen, wird am Sonntagabend wieder Sven Schittenhelm. Der 25-jährige Verteidiger hat seine Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Pegnitz abgesessen und steht Coach Alfred Weindl ab sofort wieder zur Verfügung.

Am „Dreikönigstag“ steht für die Wanderers bereits die nächste Partie auf dem Programm. Diesmal reist die Mannschaft in den Landkreis Mühldorf am Inn. Dort warten die „Löwen“ aus Waldkraiburg, die sich wie Sonntagsgegner Lindau noch Hoffnungen auf den Platz an der Sonne machen dürfen. Nach verletzungsbedingten Startschwierigkeiten kämpfte sich der EHC in den vergangenen Wochen in die Top-3 der Tabelle. Dort gehört die Mannschaft von Trainer Rainer Zerwesz auch zweifellos hin. Denn wirft man einen Blick auf den Kader der 23.000-Einwohner-Stadt, bemerkt man schnell, dass sich im Vergleich zur Vorsaison nur wenig geändert hat. Die Qualität, mit der man noch im Frühjahr 2015 souverän mit acht Punkten Vorsprung die Vorrunde gewann, ist geblieben und wird den Wanderers wie im Hinspiel alles abverlangen. Der mit Abstand punktstärkste Angreifer der Waldkraiburger ist in dieser Saison Lukas Wagner. Der erst 23-Jährige konnte in 22 Partien stolze 17 Tore und 22 Torvorlagen auf sein Konto verbuchen. Aber auch hinter ihm reihen sich namhafte Spieler ein, wie beispielsweise der ehemalige Zweitligaprofi Maximilian Kaltenhauser, der tschechische Kontingentspieler Jakub Marek oder Bayernliga-Urgestein Daniel Hämmerle. Im Tor kann sich Trainer Zerwesz voll und ganz auf Patrick Vetter verlassen. Der gebürtige Memminger war bereits in der DEL (Krefeld Pinguine) als Backup unter Vertrag und zählt zu den stärkten Hintermännern der Liga.

Die Favoritenrollen sind in beiden Partien somit klar verteilt. Dass sich die Wanderers jedoch in der Außenseiterrolle durchaus wohlfühlen, ist in der Bayernliga kein Geheimnis. Um womöglich für eine Überraschung zu sorgen, benötigt die Weindl-Truppe in der finalen Phase der Vorrunde selbstverständlich den Rückhalt ihrer Fans. Die Mannschaft freut sich daher über zahlreiche Auswärtsfahrer in beiden Partien, mit denen man gemeinsam bis zuletzt um den großen Traum „Zwischenrunde“ kämpfen möchte.