Dezimierte Wanderers schlagen Peißenberg im Penaltyschießen

06.12.2015 um 21:43 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Abstand auf Platz 10 verringert sich auf zwei Zähler

Nach dem Überraschungserfolg beim Tabellenführer ESC Dorfen vergangenes Wochenende hoffte der ein oder andere Fan wohl insgeheim auf eine erneute Sensation beim ECDC Memmingen am Freitagabend. Zählbares konnte die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl aus dem Schwabenland nicht entführen, rief jedoch eine engagierte Leistung auf und bereitete dem Favoriten bis zum Schluss Schwierigkeiten. 

Die Partie begann aus Sicht der Wanderers alles andere als vielversprechend. Zwar inspizierten die Hausherren bereits in der zweiten Spielminute die hauseigene Strafbank, Kapital daraus zu schlagen gelang den Gästen nicht. Stattdessen bediente ECDC-Abwehrchef Jan Benda den finnischen Kontingentspieler Ville Eskelinen mit einem zielgenauen Pass, der zum Alleingang gegen Ewert führte. Auch wenn Ewert dieses Duell frühzeitig verlor, konnten sich seine Teamkollegen aufs herzlichste bei ihm bedanken, dass die Partie bis ins letzte Drittel spannend blieb. Mit tollen Paraden trieb er die Offensiv-Abteilung der Indians regelrecht in die Verzweiflung und wurde nach Spielende zurecht zum Spieler des Spiels auf Seiten der Wanderers geehrt. Trotz des ärgerlichen Rückstandes in eigener Überzahl konnte man im Wanderers-Lager nach dem ersten Spielabschnitt froh sein, nicht höher zurückzuliegen. Im Mitteldrittel war somit eine dringende Leistungssteigerung notwendig, um den Favoriten womöglich doch noch ein Bein zu stellen. Nach zahlreichen Glanztaten von Ewert und mehreren Tormöglichkeiten seiner Vorderleute, sollte kurz vor der zweiten Drittelpause endlich der erlösende Ausgleichstreffer fallen. Auf Zuspiel von J.C. Cangelosi und Daniel Rossi war es Benedikt May, der in personeller Überzahl das 1:1 markierte. Im Schlussabschnitt wurde der Ausgleich jedoch schnell wieder relativiert. Memmingens Deutsch-Finne Antti-Jussi Miettinen bewies seine Schnelligkeit und ließ die Wanderers-Defensive in dieser Aktion (44. Min.) alt aussehen, sodass auch Ewert chancenlos blieb. Dem Ergebnis geschuldet war Trainer Alfred Weindl nun dazu gezwungen in den verbliebenen Spielminuten eine offensivere Marschrute vorzugeben. Dieser folgten mehrere gute Tormöglichkeiten. Doch auch ECDC-Schlussmann Martin Niemz erwischte an diesem Abend einen Sahnetag und ließ keinen erneuten Ausgleich mehr zu. Da sich die Wanderers nun häufiger im gegnerischen Drittel befanden, lieferten sich dem ECDC folgerichtig mehrere Kontermöglichkeiten. Eine davon nutzen sie in der 53. Spielminute. Nach einer brandgefährlichen Einzelaktion von US-Boy Cangelosi leitete Patrick Weigant einen blitzsauberen Konter ein. Über Krafczyk fand der Puck schließlich zu Patrick Zimmermann, der mit dem 3:1 für die Vorentscheidung sorgte. Natürlich ließ Coach Alfred Weindl nichts unversucht und nahm zwei Minuten vor dem Ertönen der Schlusssirene Ewert zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die daraus durchaus entstandenen Möglichkeiten konnten jedoch nicht im gegnerischen Tor untergebracht werden, sodass die Schwaben in Person vom ehemaligen Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Jan Benda den 4:1 Schlusspunkt setzen konnten. Sieht man die Fülle an Torchancen der Hausherren geht der Sieg ohne Frage in Ordnung, mit etwas mehr Abschlussglück wäre womöglich ein Punktgewinn am Hühnerberg möglich gewesen.

Nicht hängen ließen die Köpfte die Wanderers am Sonntagabend gegen den TSV Peißenberg. Grund dazu hätten sie allemal gehabt. Denn zu den Langzeitverletzten gesellten sich gleich drei weitere Spieler hinzu. Mit Christian Czaika, Matthias Dosch, Sven Goblirsch, Benedikt May, Nico Rossi und Michael Schmidbauer musste Trainer Alfred Weindl auf insgesamt sechs Akteure verzichten. Trotzdem zeigte die stark dezimierte Germeringer Truppe über die gesamte Partie vollen Einsatz, der schließlich belohnt werden sollte. In den ersten 20 Minuten sahen die rund 350 Zuschauer im Germeringer Polariom einen offenen Schlagabtausch. Seine Möglichkeiten in ein Tor umzumünzen gelang im ersten Spielabschnitt jedoch ausschließlich dem Gast. In der 18. Spielminute fand ein abgefälschter Schuss von Manfred Eichberger den Weg in die Maschen. Nach dem Pausentee sollte es dann aber auch bei den Hausherren klappen. Kontingentspieler J.C. Cangelosi nutzte eine seiner vielen Möglichkeiten an diesem Abend zehn Minuten nach Wiederbeginn eiskalt aus und verwertete ein Zuspiel von Daniel Rossi zum umjubelten 1:1 Ausgleichstreffer. Beste Möglichkeit die Partie nur kurz darauf zu drehen hatte Neuzugang Moritz Lieb, scheiterte jedoch am gut aufgelegten Schlussmann der Eishackler. Oftmals sein Können unter Beweis stellen musste am Sonntagabend auch Germerings Goalie Severin Dürr. Wie sein Torhüterkollege Timon Ewert zwei Tage zuvor rief Dürr eine grandiose Leistung ab und hielt seine Mannschaft damit immer wieder im Spiel. Die Leistung beider Torhüter honorierte Weindl auf der Pressekonferenz nach dem Spiel: „auf der Torhüterposition brauchen wir uns absolut keine Sorgen machen“. Da weder Dürr noch Resch auf Seiten der Peißenberger im letzten Drittel weitere Tore zuließen, ging es schließlich in die fünfminütige Verlängerung. Durch zwei unnötige Strafzeiten der Gäste agierten die Hausherren in dieser Zeit hauptsächlich in Überzahl. Doch trotz eines Mannes mehr auf der Eisfläche und durchaus gefährlichen Torchancen gelang es den Wanderers nicht Resch ein weiteres Mal zu überwinden. Selbst Torjäger J.C. Cangelosi biss sich immer wieder die Zähne aus, obwohl er mit zwei Alleingängen die wohl besten Möglichkeiten hatte, die Partie in der Verlängerung zu entscheiden. Im anschließenden Penaltyschießen sollte der stimmgewaltige schwarz-gelbe Anhang dann endlich erlöst werden. Im vierten Durchgang traf Daniel Rossi zum verdienten 2:1 Siegestreffer und sicherte seiner Mannschaft den wichtigen Zusatzpunkt.

Zwar stehen die Wanderers mit 18 Punkten immer noch auf Platz 12 der Tabelle, können den Abstand auf den angepeilten Platz 10 jedoch auf zwei Punkte verringern! Die nächste Möglichkeit weiter am Saisonziel zu arbeiten, bekommt Kapitän Matthias Dosch und sein Team kommenden Sonntag. Vor heimischer Kulisse kommt es gegen den HC Landsberg zum Bayernliga-Derby. Beginn ist wie gewohnt um 18:00 Uhr. Die Kassen öffnen bereits eine halbe Stunde vor Spielbeginn.