Wanderers starten mit faustdicker Überraschung

11.10.2015 um 20:22 Uhr von Markus Degenhardt

Cangelosi mit dem "Golden Goal" gegen Miesbach (Foto: Richard Langnickel)

4:3 n.V. über Miesbach macht Freitags-Schlappe vergessen  

Unter dem Motto „Eishockey pulsiert Germering“ starteten die Wanderers Germering am Sonntagabend vor heimischer Kulisse in die neue Bayernliga-Saison. Zum Auftakt bekam es die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl gleich mit zwei „dicken Brocken“ zu tun, sodass die Rollen bereits vor dem Wochenende klar verteilt waren.

Nur die treuesten Optimisten rechneten an diesem Wochenende mit einem Punktgewinn – sie sollten Recht behalten. Denn die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl gewann am Sonntag überraschend gegen den TEV Miesbach, die als Liga-Mitfavoriten gehandelt werden. Mit Glück hatte der Sieg am Ende jedoch nichts zu tun. Vor rund 400 Zuschauern zeigten die Wanderers über die gesamte Partie eine kämpferische Höchstleistung. Die Hausherren legten los wie die Feuerwehr und konnten nach gerade einmal 19 Sekunden das erste Mal jubeln. US-Boy J.C. Cangelosi bekam den Puck völlig frei vor die Füße zugespielt und ließ sich nicht zweimal bitten. Mit einem platzierten Schuss ließ er TEV-Torhüter Kai Klimesch keine Chance und brachte seine Farben früh in Führung. Wenige Minuten später sollten die Zuschauer ein weiteres Mal von ihren Sitzen gerissen werden. In personeller Überzahl gelang es Verteidiger Markus Koch auf Zuspiel seiner Teamkollegen Martin Pfohmann und Christian Czaika die Führung auf 2:0 auszubauen. Die passende Antwort hatte jedoch Peter Meier, der nur wenige Sekunden darauf (5. Min.) den 2:1 Anschlusstreffer für die Gäste erzielen konnte. Nach dem ersten Pausentee machte Kapitän Matthias Dosch und sein Team da weiter, wo sie im ersten Durchgang aufgehört haben. Mit vollem Einsatz kamen die Gastgeber immer wieder gefährlich vor das Tor der Miesbacher. Bestes Beispiel war ein Pfostentreffer von Benedikt May in der 24. Spielminute. Doch auch die Gäste nahmen weiterhin am Spiel teil und konnten zur Spielmitte in einer Druckphase der Wanderers den Ausgleich erzielen. Mit diesem Tor erwachte die Mannschaft von Gäste-Trainer John Samanski schließlich immer mehr und übte fortan mehr Druck auf Germerings Goalie Timon Ewert aus, der wie seine Kollegen an diesem Abend überragende Arbeit leistete. Dennoch gelang es dem TEV Ewert an diesem Abend ein letztes Mal zu überwinden. In der 42. Spielminute konnte Stefan Kirschbauer die Hartgummischeibe im Tor der Wanderers unterbringen. Trotz des erstmaligen Rückstandes ließ sich die Weindl-Truppe nicht beirren und kämpfte weiterhin für den ersten Punktgewinn der Saison. Dieser rückte in der 48. Spielminute wieder näher! Sven Schittenhelm gelang auf Zuspiel von Benedikt May der 3:3 Ausgleich. In den verbliebenen Spielminuten entwickelte sich die Partie schließlich zu einem regelrechten Eishockey-Krimi. Beide Mannschaften achteten penibel darauf nicht den Fehler zu machen, der letzten Endes spielentscheidend sein könnte. Dementsprechend trennten sich beide Teams nach 60 Minuten mit 3:3, was vom Heimpublikum mit kräftigem Applaus honoriert wurde. In der darauf folgenden Verlängerung sahen die Zuschauer im Polariom packende fünf Zusatzminuten, die fünf Sekunden vor dem ertönen der Schlusssirene unterbrochen werden sollten. Kontingentspieler Cangelosi bekam den Puck rechts außen zugespielt und verwandelte im Allleingang das Spielgerät hinter Klimesch. Folge dessen gab es auf den Rängen kein Halten mehr.

In den Drittelpausen unterhielt die Show-Tanzgruppe „Fun Unlimited“ ihr Publikum mit tollen Tanzeinlagen und machten das Aktionsheimspiel zusammen mit dem gut angenommen Kinderschminken zu einem echten Erfolg.  

Zwei Tage zuvor stand für die Mannschaft um Kapitän Matthias Dosch gleich das weiteste Auswärtsspiel der Saison auf dem Programm. Bereits am frühen Nachmittag setzte sich der Mannschaftsbus in das 220 km entfernte Höchstadt in Bewegung. Erschwert wurde die Aufgabe beim Vorjahres-Finalisten durch mehrere Ausfälle. Neben den erkrankten Matthias Götz, Markus Koch und Stefan Sohr, konnten zudem Sven Goblirsch und sein Namensvetter Sven Schittenhelm staubedingt erst später in die Partie eingreifen. Das Spiel begann für die Wanderers äußerst ungünstig. Die Hausherren machten die Machtverhältnisse sofort deutlich und zeigten über das gesamte Spiel eine gnadenlos hohe Toreffizienz. Bereits nach sieben Minuten stand es durch Pronath und zweimal Jun 3:0 für den HEC. In der 12. Spielminute konnte Daniel Rossi durch seinen 3:1 Anschlusstreffer für einen kleinen Hoffnungsschimmer sorgen. Doch kurz vor der Pause machte Höchstadts Angreifer Thilo Grau alle Hoffnungen  zu Nichte und stellte den alten Spielabstand wieder her. Nach dem Pausentee konnte Verteidiger Sven Schittenhelm in Überzahl mit einem platzierten Schuss von der blauen Linie noch einmal auf 4:2 heran kommen. Die „Alligators“ ließen sich davon jedoch nicht einschüchtern und blieben ihrer Linie treu. Im weiteren Spielverlauf gelangen dem Gastgeber weitere sieben Treffer, sodass am Ende eine deutliche 11:2 Niederlage auf der Anzeigetafel zu sehen war. Trainer Alfred Weindl sprach nach der Partie von einer "Lehrstunde" für sein Team. Das diese Lektion Erfolg brachte, zelebrierte sein Team nicht einmal 48 Stunden später.

Das nächste Heimspiel findet bereits am kommenden Freitag (16.10.) gegen die Eispiraten aus Dorfen statt. Spielbeginn im Germeringer Polariom ist wie gewohnt um 20:00 Uhr.