Jetzt bloß nicht abheben

27.10.2015 um 18:53 Uhr von Florian Hutterer

Foto: Richard Langnickel

Pfaffenhofen und Geretsried die nächsten Gegner

Zugegebenermaßen der ein oder andere Eishockeybegeisterte reibt sich aktuell die Augen, wenn er das Team um Wanderers Coach Alfred Weindl spielen sieht. Wenn auch nicht spielerisch auf höchstem Niveau überraschen die Germeringer bisher mit guten Ergebnissen und stehen derzeit zurecht auf dem 7. Tabellenplatz. Mit 10 von 18 möglichen Punkten kann man in der Münchner Vorstadt durchaus von einem geglückten Saisonstart sprechen. Vorausblickend pflichtet Weindl jedoch einem gewissen Oliver Kahn bei: "Es geht weiter, immer weiter!" Bereits am kommenden Wochenende warten die nächsten beiden Aufgaben auf das junge Team.
 
Am Freitag sind die Wanderers bei den Icehogs in Pfaffenhofen zu Gast. Die Mannschaft um Kapitän David Vokaty hat fünf Punkte auf dem Konto und rangiert derzeit auf Tabellenplatz 11. Die letzten drei Ligaspiele konnte man nicht positiv gestalten, so ging man gegen Dorfen, Peißenberg und Landsberg jeweils als Verlierer vom Eis. Doch die Germeringer sind gewarnt. Nicht nur auf dem Papier stellt Pfaffenhofen einen ernst zu nehmenden Gegner dar, die bisherigen Punkte wurden nämlich gegen Topmannschaften wie Höchstadt und Miesbach eingefahren. Im Vergleich zum Vorbereitungsspiel wurde die Kontingentspieler noch besetzt. Über private Kontakte und mit Hilfe einiger privater Gönner stieß Martin Kuritko zum Team. Der 24jährige Tscheche kommt vom tschechischen Zweitligisten Dukla Jihlava. Der 1,85 m große und 90 kg schwere Mittelstürmer hat sämtliche Nachwuchsmannschaften in Jihlava durchlaufen, wechselte dann nach Budapest in die ungarische Liga und spielte die beiden letzten Jahre wieder im Zweitligateam seines Heimatvereins. Zu den aktuell punktbesten Icehogs zählen Bogdan Selea, David Vokaty und Marco Deubler. Letzterer kam erst im vergangenen Sommer vom ehemaligen Oberligisten aus Erding. Dort konnte der erst 18-Jährige in der Spielzeit 2014/2015 immerhin 30 Spiele absolvieren.

Zwei Tage später an Allerheiligen gastiert der Aufsteiger ESC Geretsried im Germeringer Polariom. Die Riverrats sind zum jetzigen Zeitpunkt Tabellenletzter. Mit Ausnahme Moosburg hat man immer klare Niederlagen einstecken müssen. Den bisher einzigen Erfolg landeten die Geretsrieder beim überraschenden 4:8 Auswärtssieg in Höchstadt (Germering verlor bekanntlich 2:11) Wie Wanderers Coach Alfred Weindl richtig in der letzten Pressekonferenz sagte: "Es gibt keine leichten Gegner, wir müssen neu wieder alles in die Waagschale werfen". Genau diese Worte werden sich die Spieler zu Herzen nehmen. In ihren Reihen hat der ESC zwei ehemalige Spieler der Tölzer Löwen. Fabian Schlager und Dominic Fuchs haben beide ihre sportliche Ausbildung beim Oberligisten genossen. Der erst 22-jährige Fuchs kann bereits auf über 40 Scorerpunkte in 134 Spielen in der dritthöchsten deutschen Eishockeyliga zurückblicken. Man trifft zudem auf Stürmer Christopher Ott, der in der vergangenen Saison noch das Germeringer Trikot überstreifte. Er bringt trotz seines jungen Alters viel Bayernligaerfahrung mit und ist durch seine exzellente Stocktechnik bekannt. Nicht vergessen darf man Ondrej Horváth und Maximilian Hüsken, die aktuell die effektivsten Geretsrieder vor dem gegnerischen Tor darstellen. Der tschechische Kontingentspieler Horvath zählte in der letzten Landesligasaison mit 59 Scorerpunkten in 28 Partien zu den Topscorern der Liga.
 
Es warten am Wochenende wieder interessante Aufgaben auf die Wanderers. Freuen würden sich Mannschaft und Trainer natürlich über die Unterstützung ihrer Fans. Unter der Regie des neu gegründeten Fanclubs "Freaky Family" herrscht wieder Stimmung bei den Spielen. "Doch trotz allem Optimismus und gewonnenem Selbstvertrauen geht es am Freitag bei 0 los", so Alfred Weindl von den Wanderers Germering. Er wird jedoch alles daran setzen, das Team aufs Neue gut auf den Gegner einzustellen.