5-Punkte-Wochenende

25.10.2015 um 21:42 Uhr von Markus Degenhardt

Glückliche Gesichter nach einem erfolgreichen Wochenende (Foto: Richard Langnickel)

Wanderers überraschen gegen Landsberg und Memmingen

Die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl gastierte am Freitagabend am Hungerbachweg in Landsberg und wurde dabei von rund 70 mitgereisten Germeringer-Fans unterstützt. Mit einem Fahnenmeer im Rücken und lautstarken Fangesängen peitschten die Fans ihre Mannschaft regelrecht nach vorne.

Grund zum Jubeln hatte der schwarz-gelbe Anhang im ersten Spielabschnitt zu genüge. Mit der ersten Strafzeit der Hausherren, gelang es Verteidiger Markus Koch mit einem kräftigen Schuss von der blauen Linie die 1:0 Führung für seine Mannschaft zu markieren. Kaum zwei Minuten später bekamen die Wanderers eine erneute Überzahlsituation zugesprochen. Noch während der Stadionsprecher die Strafzeit ansagen konnte, wurde er doch lautstarken Jubel unterbrochen. Ein Schuss von Matthias Dosch wurde durch Angreifer Christian Czaika unhaltbar ins Tor von Ex-Germeringer Christoph Schedlbauer abgefälscht. Als kurz vor Ende des ersten Spielabschnittes die Gäste den Weg auf die Strafbank aufsuchen mussten, ergab sich für den HCL die Möglichkeit den Spielabstand noch vor der Pause zu verkürzen. Diese Rechnung wurde ohne die Wanderers gemacht. Kontingentspieler J.C. Cangelosi bekam den Puck von Benedikt May frei zugespielt und lief alleine auf HCL-Torhüter Schedlbauer zu. Dieser konnte den ersten Schuss noch parieren. Beim Nachschuss musste er sich jedoch geschlagen geben und griff ein drittes Mal hinter sich. Mit einer komfortablen Führung im Rücken ging es schließlich in Durchgang zwei. In diesem gelang es Kapitän Matthias Dosch und seinem Team den Spielstand lange zu halten. Großen Anteil daran hatte auch Torhüter Timon Ewert. Mit tollen Paraden hielt er seine Mannschaft immer wieder im Spiel. Ein einziges Mal musste sich der Schlussmann in den zweiten 20 Minuten geschlagen geben. In der 37. Spielminute markierte HCL-Stürmer Denis Sturm den 1:3 Anschlusstreffer. Im Schlussabschnitt erhöhten die Hausherren den Druck, um doch zählbares vor rund 700 Zuschauern einzufahren. Eine zweiminütige Strafzeit in der 44. Spielminute gegen die Wanderers sollte die Gelegenheit herbeiführen das Spielergebnis erneut zu verkürzen. Doch die Mannschaft aus Germering zeigte erneut, dass es auch mit einem Mann mehr nicht einfach ist, die Wanderers zu überwinden. Im Gegenteil – auch in personeller Unterzahl ist die Mannschaft von Trainer Alfred Weindl immer für einen gefährlichen Konter gut. Dies bewies in dieser Situation Benedikt May und sein Sturmpartner Daniel Rossi. In einer 2-gegen-1-Situation spielten sie den Torhüter der Landsberger gekonnt aus und erhöhten das Ergebnis auf 1:4. Auf der anschließenden Pressekonferenz nannte der Wanderers-Coach eine alte Eishockey-Weisheit: „Wer zuerst das vierte Tor schießt, gewinnt das Spiel“. Damit sollte er schließlich Recht behalten. Auch wenn die RiverKings in Person von Stefan Kerber noch das 2:4 markierten, gelang es dem HCL in Folge nicht noch einmal Timon Ewert zu überwinden. Stattdessen hatte Cangelosi in der Schlussminute gleich zweimal die Möglichkeit, die Hartgummischeibe in das leere Tor des Gastgebers unterzubringen. Doch beide Male bewahrte der Pfosten Heimtrainer Andreas Zeck vor einer deutlicheren Niederlage.   

Zwei Tage später empfingen die Wanderers die „Indians“ aus Memmingen im Germeringer Polariom. Am Hühnerberg hatte man sich den Saisonstart sicherlich anders vorgestellt. Mit namhaften Neuzugängen – darunter der NHL-erfahrene und ehemalige Kapitän der deutschen Nationalmannschaft Jan Benda -  konnte sich der ECDC eindrucksvoll verstärken und zählte damit zu einem der Topfavoriten um die Meisterschaft. Trotz der enormen Qualität auf dem Eis befand sich im Getriebe der Schwaben noch mächtig Sand. Ein Sieg in regulärer Spielzeit stand vor der Partie gegen die Wanderers in den Statistikbüchern. Obwohl die Rothäuter nach der herben 0:6 Pleite vor heimischen Publikum gegen den EHC Waldkraiburg fast zum Siegen verdammt waren, verließen die Memminger erneut als Verlierer das Eis.

Grund dafür war eine kämpferische hochmotivierte Heimmannschaft, die es den Gästen von Beginn an schwer machte ihre Klasse zu präsentieren. Stützen konnten sich die Wanderers außerdem erneut auf einen starken Rückhalt. Gegen den ECDC Memmingen ließ Weindl Severin Dürr den Kasten hüten. „Wir haben zwei Top-Torhüter und deshalb haben es beide verdient zu spielen“, begründete der Trainer seine Entscheidung. Das erste Tor an diesem Abend gehörte den Gastgebern. In personeller Überzahl gelang Cangelosi (16. Min.) von rechts außen die 1:0 Führung. Diese sollte jedoch nicht lange Bestand haben. Kurz darauf glichen die Gäste in Person von Mike Dolezal noch vor dem ertönen der Pausensirene aus. Im zweiten Spielabschnitt sahen die rund 300 Zuschauer im Germeringer Polariom lange Zeit eine Druckphase der „Indians“. Diese unterstrichen sie in der 25. Spielminute. ECDC-Angreifer Mike Dolezal tanzte die komplette Hintermannschaft der Hausherren aus und vollende zur erstmaligen Führung seiner Farben. Im Anschluss kamen die Gäste immer wieder gefährlich auf das Tor der Wanderers, scheiterten jedoch oftmals an Serverin Dürr oder an sich selbst. Mit dem knappen Rückstand ging es schließlich in das letzte Drittel. Dort kamen die Zuschauer im Polariom voll auf ihre Kosten. Insgesamt acht Tore bekamen die Fans beider Fanlager zu bestaunen. Als erstes sollten die rund 60 mitgereisten Fans aus Memmingen jubeln dürfen. Kurz nach Ablauf einer Strafzeit gelang es den „Indians“ durch erneut Dolezal ihre Führung auszubauen. Etwas dagegen hatte jedoch US-Boy J.C. Cangelosi. Ziemlich genau zwei Minuten später zeigte der Amerikaner ein Abbild seines ersten Treffers und stellte den alten Spielabstand wieder her. Leider hatten aus Sicht der Wanderers auch die Gäste eine passende Antwort parat. In der 46. Spielminute nutzen die Schwaben ebenfalls ein Powerplay gnadenlos aus und konnten in Person von Tim Tenschert das 2:4 markieren. Danach hatten sich viele bereits auf einen Favoriten-Sieg eingestellt. Grundlegend etwas dagegen hatte jedoch Wanderers-Stürmer Daniel Rossi. Innerhalb von gerade einmal 30 Sekunden setzte der 25-Jährige mit einem Doppelpack die Partie zurück auf null und schürte neue Hoffnungen. Beide Tore wurden von seinem Bruder Nico Rossi aufgelegt. In der 50. Spielminute trat das Schiedsrichtergespann ins Rampenlicht. Ein klares Foul an Stürmer Benedikt May wurde als Schwalbe gewertet, was ein lautes Pfeifkonzert im Stadion auslöste. Dieses Geschenk nahmen die Gäste dankend an. Patrick Zimmermann ließ das Spielgerät im Tornetz zappeln. Trotz des erneuten Rückstands ließ die Weindl-Truppe die Köpfe nicht hängen. Denn immer noch waren knapp neun Spielminuten zu spielen. Diese Moral wurde schließlich belohnt. J.C. Cangelosi gelang vier Minuten vor dem Ende der umjubelte 5:5 Ausgleichstreffer und markierte damit seinen dritten Treffer an diesem Abend. Nachdem in den verbliebenen Minuten kein weiterer Treffer mehr fiel, ging es schließlich in die fünfminütige Verlängerung. Schon einmal konnten die Wanderers vor heimischen Publikum diese zu ihren Gunsten nutzen. Und auch dieses Mal blieb der Zusatzpunkt in Germering. Nur 39 Sekunden mussten wiederangepfiffen werden, bis Christian Czaika ein tolles Zuspiel von Daniel Rossi hinter ECDC-Schlussmann Alessandro Tripoli verwandelte. Im Germeringer Eisstadion gab es schließlich kein Halten mehr. Erneut gelang es Kapitän Matthias Dosch und seinem Team einen Mitfavoriten der Bayernliga zu ärgern und stehen nun mit 10 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz.

Erneut auf Punkte loslassen wird Trainer Alfred Weindl seine Jungs bereits kommendes Wochenende. Bevor die Wanderers am Sonntag, den 1. November den ESC Geretsried im Polariom (18:00 Uhr) begrüßen dürfen, steht zwei Tage zuvor ein Auswärtsspiel bei den „IceHogs“ in Pfaffenhofen auf dem Programm. In beiden Partien hoffen die Wanderers selbstverständlich wieder auf die tatkräftige Unterstützung ihres Anhangs.