Interview mit Trainer Alfred Weindl (EishockeyNEWS)

02.07.2015 um 08:52 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: ESV Kaufbeuren

Mit Alfred Weindl haben die Wanderers Germering einen echten Trainerfuchs für die neue Saison geholt. Seit fast 30 Jahren ist der Garmischer (54) im Nachwuchsbereich tätig. 2001 feierte er in Form der DNL-Meisterschaft mit dem SC Riessersee seinen größten Erfolg, zwischen 2007 und 2012 war er Nachwuchs-Cheftrainer in Kaufbeuren. Interessant auch seine "Ausflüge" nach Italien (Bozen, Pustertal), wo er erstmals eine 1. Mannschaft trainierte.
 
Herr Weindl, nach so vielen Jahren im Nachwuchs haben sie in der vergangenen Saison beim Zweitligisten AHC Vinschgau auch an der Bande der Senioren-Mannschaft gestanden. Wie kam's zu diesem Umschwung?

Weindl: Grundsätzlich sind es beim Eishockey ja immer die gleichen Kriterien, um die es geht - egal ob 1. Mannschaft oder Nachwuchs. Deshalb war das für mich auch nicht die große Umstellung. Eigentlich sollte ich den Vinschgauern durch meine alten Kontakte in Südtirol ja nur bei der Trainersucher behilflich sein. Aber nachdem wir nichts Passendes gefunden hatten, habe ich mir gesagt: Dann mach ich's halt selber. Und so ergab sich das auch mit der Seniorenmannschaft. Aber zum Schluss war mir die Fahrerei von Garmisch-Partenkirchen aus - immer so zweieinhalb Stunden - einfach zu viel.
 
Und dann haben sie bei den Wanderers Germering angeheuert...

Weindl: Der Kontakt kam über einen befreundeten Torwarttrainer zustande, der mir erzählt hat, dass Germering noch einen Coach sucht. Und der Reiz, eine 1. Mannschaft unter "normalen Bedingungen" zu trainieren - in Vinschgau ging das eher Richtung Hobby-Eishockey - war schon groß. Außerdem bin ich jetzt in einem Alter, wo einem die alten Spieler einer ersten Mannschaft auch wieder jung vorkommen - so viel also zum Thema Nachwuchstrainer. Ich freue mich jedenfalls auf diese Herausforderung.
 
Was wissen Sie über die Bayernliga? Sind da auch ehemalige Schützlinge von Ihnen aktiv?

Weindl: In den Kadern von Buchloe oder Memmingen stehen einige, die ich noch aus meiner Zeit in der Kaufbeurer Nachwuchsabteilung kenne. Ich schätze die Liga schon recht stark ein, das zeigen schon alleine die Transfers, die einige Vereine zur Zeit tätigen. Dass nur ein Ausländer eingesetzt werden darf, erinnert mich ein bissl an die Oberliga von früher.
 
Habe Sie sich schon Ziele mit den Wanderers gesetzt?

Weindl: Mein Ziel ist immer die Playoff-Teilnahme, wobei das hier in Germering wohl schon ein sehr großer Erfolg wäre. Deshalb denke ich, dass mit dem Klassenerhalt auch alle zufrieden sind. Aber ich will jetzt erst einmal die Mannschaft kennenlernen. Ein zweites Ziel muss es natürlich sein, die vielen jungen Germeringer Spieler auf Bayernliga-Level zu bringen. Das wird aber nicht so einfach - es scheint doch ein gewisses Gefälle in der Liga zu herrschen. Am 6. Juli beginnt bei uns das Sommertraining und dann sehen wir weiter.

Quelle: Aus der Eishockeynews vom 30. Juni 2015