Wanderers-Interview mit Max Grassi

04.02.2015 um 09:23 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Hast du dich gut in Germering eingelebt ? Wie gefällt es dir hier?
 
Ja hab ich. Es braucht immer ein paar Wochen um sich an die neue Lebenssituation und auch die andere Zeitzone anzupassen. Aber ich habe hier viel Spaß. Meine Teamkollegen kümmern sich toll um mich, sind mit mir auf diverse Christkindlmärkte gefahren und haben mir München gezeigt. Ich bin auch sehr dankbar dafür, dass ich hier bei der sehr netten Familie Frenka untergekommen bin.
 
Wie steht es um deine Deutschkenntnisse nachdem du ja auch letztes Jahr schon fast ein Jahr hier warst? Reicht es für den täglichen Besuch beim Bäcker oder geht da inzwischen schon mehr?

Ich komme problemlos mit der täglichen Routine beim Einkaufen zurecht. Doch mit einer großen Unterhaltung habe ich dann doch noch meine Schwierigkeiten. Seit meiner Zeit in Weiden habe ich 7 Monate lang kein Deutsch mehr gesprochen. Da habe ich natürlich eine Menge des bereits Gelernten wieder vergessen. Aber ich nehme derzeit einen Deutschkurs und hoffe das gleiche Interview in zwei Monaten auf Deutsch geben zu können (lacht).
 
Worin unterscheidet sich Germering hauptsächlich im Vergleich zu den Blue Devils? Sowohl von der Organisation, den Fans und auch den Mitspielern her?
 
Gar nicht mal so sehr um ehrlich zu sein. Weiden hatte sechs Profis im Team, daher hatte ich da ein paar Leute mehr, die nicht bei der Arbeit oder am Studieren sind und mit denen ich tagsüber abhängen konnte. Weiden hatte deutlich mehr Fans im Stadion, was wohl auch daran liegt, dass es eine kleine Stadt ist in der nicht so viel los ist wie in München. Ich kann aber nur Gutes über Weiden sagen. Die Organisation dort war sehr gut, aber das ist sie auch hier in Germering. Aber hey, der Wanderers-Bus ist auf jeden Fall schöner (grinst).


Welche persönlichen Ziele hast Du dir mit den Wanderers gesetzt?
 
Ich würde gerne meinen derzeitigen Toreschnitt aufrechterhalten. Die Saison mit 2,5 Punkten pro Spiel zu beenden wäre großartig für mich und das strebe ich auch an. Ich denke, das wird auch von mir erwartet, da ich ja schließlich letzte Saison Oberliga gespielt habe. Allerdings sind in der Bayernliga ein paar wirklich starke Teams vorhanden. Das ist also leichter gesagt als getan.

Inlinehockey scheint ja eine weitere große Leidenschaft von dir zu sein. Die Rolling Wanderers sind 9-facher Deutscher Meister im Inlinehockey. Wäre das nicht was für dich?
 
Ich habe viele tolle Sachen vom Germeringer Inline-Team gehört. Letztes Jahr hab ich eine Pause vom Inline-Hockey eingelegt, daher vermisse ich es sehr. Aber dieses Jahr bin ich wieder bereit auf die Rollen zurückzukehren. Ich hoffe auch Kanada wieder repräsentieren zu dürfen. In der Region in und um Vancouver haben wir im Frühling und Sommer überhaupt keinen Ligenbetrieb fürs Inline-Hockey. Da wäre es vielleicht besser für mich in Deutschland zu bleiben.

Du bist ja bereits fertig studiert (Bachelor in Geographie, ist das korrekt?), planst du in der Richtung demnächst weiter zu machen oder willst du dich die nächsten Jahre nur aufs Eishockey konzentrieren?

Es fehlen mir immer noch drei Kurse bevor ich fertig bin. Das ist frustrierend, weil ich diese nicht in Deutschland belegen kann, sondern nur an der UBC (University of British Colombia; Anm. d. Red.). Mir fehlt da immer noch der Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse, dann könnte ich das hier fertig machen. Bezüglich der nächsten Jahre kommt es auf verscheidene Sachen an. Wenn ich einen guten Vertrag in Deutschland angeboten bekommen, würde ich gerne weiter Eishockey spielen, solange wie ich kann. An meiner Universität in Kanada gibt es kein Zeitlimit, an dem man mit dem Studium fertig sein muss. Wenn ich dann 30 Jahre alt bin und keine Lust mehr auf Eishockey habe, kann ich das Studium immer noch beenden und einen Job suchen. Das Gleiche gilt aber nicht fürs Eishockey. Da muss man die Gelegenheiten und Chancen nutzen solange man kann und solange sie einem geboten werden. Wenn ich 50 Jahre alt bin will ich nicht zurückschauen und mir sagen müssen, ach hätte ich doch damals nur länger Eishockey gespielt.
 
 
Das Interview führte Martin Falter.