Irre Aufholjagd wird nicht belohnt

14.12.2014 um 22:19 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Wanderers verlieren gegen Tabellenvierten Lindau mit 4:6

Eine Woche nach dem Eishockey-Krimi gegen Pfaffenhofen mussten die rund 200 Zuschauer im Germeringer Polariom erneut starke Nerven mitbringen.

Die Gäste begannen stark und konnten ihre Überlegenheit in der 10. Spielminute erstmals in Tore ummünzen. Zdenek Chech traf auf Vorarbeit von Tobias Feilmeier. In den darauf folgenden Minuten überschlugen sich die Ereignisse: Denn nicht nur auf den Tribünen breitete sich eine vorweihnachtliche Stimmung aus, auch das Schiedsrichtergespann verteilte an diesem Abend vorzeitige Weihnachtsgeschenke. In Überzahl donnerte EVL-Stürmer Martin Sekera den Puck an die Latte, worauf die Hartgummischeibe auf der Torlinie landete. Die Wanderers-Defensive reagierte schnell und klärte die Situation mit einem Befreiungsschuss in Richtung Drittel der Islanders. Die Unparteiischen sahen das Spielgerät trotz mehrere Meter Entfernung jedoch hinter der Linie, was für lautstarke Proteste im Polariom führte. Kurz darauf sorgte eine weitere Situation für Unmut im Wanderers-Lager. Ein klar ersichtliches Foul an Stürmer Daniel Rossi wurde nicht sanktioniert. Stattdessen musste Rossi den Weg in die Kühlbox antreten. Die routinierten Gäste nahmen die Einladung dankend an und gingen in der 14. Spielminute bereits mit 3:0 in Front. Für einen Lichtblick sorgte Martin Dürr. Er netzte wenig später zum 1:3 Anschlusstreffer ein. Der EVL stellte deswegen das Eishockeyspielen nicht ein. Mit starken Spielzügen legten sie vor der Drittelpause noch gleich zweimal nach. Völlig verdient ging der Gast nach 20 Minuten mit einer Führung in die Drittelpause, wenn auch die Höhe nicht das Spielgeschehen wiederspiegelte.

Trotz des großen Rückstands zeigte die Mannschaft von Trainer Sebastian Wanner Moral und kämpfte sich in den verbliebenen 40 Spielminuten beinahe in das Penaltyschießen. Erstmalig heran brachte seine Mannschaft Christopher Ott. Aus spitzem Winkel verkürzte er zur Mitte des Spiels (31. Min.) auf 2:5. Daraufhin fanden die Wanderers immer besser in ihr Spiel und kamen immer wieder gefährlich vor Torhüter Varian Kirst.

Auch im letzten Spielabschnitt setzten die Wanderers alles daran, die Partie noch einmal spannend zu machen. Trotz einer Spieldauerdisziplinarstrafe in der 47. Spielminute gegen Martin Dürr und der daraus resultierenden fünfminütigen Unterzahl kamen die Hausherren weiter heran. Denn ein Spieler im Wanderers-Trikot vergaß, dass man eigentlich mit einem Mann weniger auf dem Eis agierte. Kanadier Max Grassi erzielte in Folge zwei wunderschön anzusehende sogenannte "Shorthander" und schoss seine Mannschaft zum zwischenzeitlich 4:5. In den verbliebenen knapp neun Spielminuten wurden nochmal alle Kräfte mobilisiert, um doch noch Zählbares aus der Partie mitzunehmen. Behindert wurden die Hausherren dabei immer wieder von inzwischen verunsicherten Schiedsrichtergespann, die die Partie endgültig aus der Hand gaben. Kurz vor Ende blieb Wanderers-Coach Sebastian Wanner nichts anderes übrig, als Torhüter Sebastian Reisinger zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis zu nehmen. Für den ersehnten Ausgleichstreffer reichte es letzten Endes nicht mehr. Stattdessen gelang Jiri Mikesz eine Sekunde vor dem ertönen der Schlusssirene mit einem Treffer in das leere Tor der 4:6 Endstand. Am Ende ist der Sieg der Gäste vom Bodensee sicherlich nicht unverdient, wenn auch die Wanderers für ihre Aufholjagd durchaus einen Punkt verdient hätten.

Der kommende Fahrplan für die Wanderers sieht wie folgt aus: Bis zum Jahresende muss Kapitän Christian Czaika und sein Team noch zweimal in der Ferne antreten. Das neue Jahr beginnt gleich mit einem Heimspiel. Am 2. Januar empfangen die Wanderers den TSV Peißenberg. Spielbeginn ist um 20:00 Uhr.