Wanderers melden sich zurück

16.11.2014 um 21:40 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Wanderers holen gegen Nürnberg und Landsberg vier Punkte

Das erwartet schwere Spiel bekamen die rund 15 mitgereisten Wanderers-Fans vergangenen Freitag in Nürnberg präsentiert. Die Spannung kam über 60 Minuten jedoch nicht zu kurz. Erst wenige Sekunden vor dem Ende konnte die Mannschaft von Trainer Sebastian Wanner den Sack endgültig zumachen!

Dabei begann die Partie äußerst vielversprechend. Gleich zwei Überzahlsituationen zu Beginn machten Hoffnung auf eine frühe Führung. Leider konnte man die personelle Überlegenheit auf dem Eis nicht in Tore ummünzen und gab kurz darauf den Hausherren die Möglichkeit, sich in Überzahl zu beweisen. Aber auch der EHC80 konnte daraus kein Kapital schlagen. Die ersten richtigen Torchancen im Spiel hatten wenig später die Gäste. Harald Nuss und Christopher Ott scheiterten gleich zweimal am EHC-Torhüter Güttner. Vier Minuten vor der ersten Drittelpause sollte der Schlussmann der Nürnberger dann das erste Mal geschlagen werden. Nico Rossi nutzte eine Unachtsamkeit von Güttner gnadenlos aus und schob den Puck zum umjubelten 1:0 über die Linie! Die Führung sollte auch über das erste Drittel hinaus lange Bestand haben! In einer nun ausgeglichenen, aber durch viele Strafzeiten geprägten Partie kamen beide Seiten immer wieder zu Tormöglichkeiten. Da es die Wanderers versäumten, nachzulegen, kam es, wie es kommen musste: Die Hausherren glichen aus! Stürmer Michael Gietl ließ die Partie in der 30. Spielminute noch einmal von vorne beginnen. Beinahe gedreht hätten die Franken die Partie zu Beginn des Schlussdrittels, doch Sebastian Reisinger im Tor der Wanderers konnte in letzter Not entschärfen. Danach mussten vor allem die Wanderers immer wieder Platz auf der Strafbank nehmen. Dadurch gewährte man den Gastgebern zahlreiche Chancen und musste in der Druckphase der Nürnberger häufig um seine Punkte zittern. Völlig unangekündigt nahm sich Stürmer Daniel Rossi ein Herz (52. Min.) und ließ das Netz hinter Güttner zappeln! Die verbliebenen Spielminuten entwickelten sich dann zu einem regelrechten Eishockey-Krimi. Zwei weitere Strafzeiten boten dem EHC neue Möglichkeiten, ein zweites Mal auszugleichen. Da ihnen das nicht gelang, nahmen sie 48 Sekunden vor dem Ende ihren Torhüter vom Eis. Nachdem der erste Befreiungsversuch der Wanderers nicht im Tor untergebracht werden konnte, startete Benedikt May einen zweiten Versuch und erzielte mit einem Empty-Net-Treffer den 1:3 Endstand, der für eine fröhliche Heimreise sorgte.

Zuhause kam es zwei Tage später schließlich zum Bayernliga-Derby gegen Landsberg. Rund 400 Zuschauer verfolgten einen spannenden Schlagabtausch zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe, auch wenn der Blick auf die Tabelle etwas anderes hätte vermuten lassen. In Führung ging im ersten Spielabschnitt der favorisierte HCL. In der 8. Spielminute bekam Schmelcher den Puck unmittelbar vor Sebastian Reisinger vor seine Füße und donnerte diesen gnadenlos in die Tormaschen. Die Wanderers hatten kurz darauf jedoch die passende Antwort parat. Verteidiger Markus Koch nutzte ein Überzahlspiel zum verdienten Ausgleich. Wenige Minuten später hätte Koch sogar die Führung erzielen können. Doch der ehemalige Germeringer Torhüter Christoph Schedlbauer stand goldrichtig. Auch das Mitteldrittel gestaltete sich relativ ausgeglichen, auch wenn Landsberg einen regelrechten Blitzstart erwischte. Denn gerade einmal 35 Sekunden waren wiedergespielt, als HCL-Stürmer Fischer seine Farben erneut in Führung brachte. Aber diesmal sollte der Wanderers-Anhang nicht lange auf den Ausgleich warten. Erneut konnte man eine personelle Überzahl nutzen. Benedikt May traf nach einem schönen Solo (24. Min.) zum 2:2. Ungewöhnlich für die Wanderers konnten sie ziemlich genau zehn Minuten später erneut ein Powerplay zur erstmaligen Führung verwerten. Verteidiger Mathias Götz schlenzte den Puck unhaltbar in das Tor von Schedlbauer. In den letzten 20 Minuten waren die Wanderers drauf und dran, den nächsten Erfolg einzufahren. Dies bestätige auf der anschließenden Pressekonferenz auch Gästetrainer Alexander Wedl. Doch die Rechnung hatten die Wanderers ohne den erfahrenen Stürmer der Gäste, Mike Dolezal, gemacht. Er konnte seine Mannschaft 12 Minuten vor dem Ende in Überzahl zurück ins Spiel katapultieren. Die restlichen Spielminuten verblieben torlos, sodass der Sieger im Penaltyschießen ermittelt werden musste. Hier erwiesen sich die Gäste als abgezocktere Mannschaft, sodass man sich mit einem Punkt zufriedengeben musste. Sebastian Wanner sprach seiner Mannschaft nach dem Spiel ein Kompliment für ihre kämpferische Leistung aus. „Wir haben trotz der dünnen Personaldecke dreimal hintereinander Punkte geholt!“, so Wanner weiter.

Mit dem 4-Punkte-Wochenende klettern die Wanderers wieder auf Platz elf und haben vier Punkte Rückstand auf den Tabellenzehnten Memmingen. Schon kommendes Wochenende stehen für die Mannschaft von Trainer Sebastian Wanner die zwei nächsten schweren Aufgaben auf dem Programm. Gleich zweimal muss man sich gegen den Tabellendritten Höchstadt messen. Am Freitag treten die Wanderers die Reise ins Frankenland an, bevor es zwei Tage später im heimischen Polariom (18:00 Uhr) zum Rückspiel kommt.