Wanderers kommen mit blauem Auge davon

30.11.2014 um 21:21 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Viel vorgenommen hatte sich die Mannschaft von Trainer Sebastian Wanner im Bayernliga-Derby bei den „RiverKings“. Rund 50 lautstarke Wanderers-Fans fanden den Weg in das nahegelegene Landsberg.

Die Wanderers starteten gut in die Partie und gingen in der fünften Spielminute nicht unverdient durch Harald Nuss in Führung. Diese hatte auch eine ganze Weile Bestand, bis HCL-Stürmer Sven Gäbelein (13. Min.) einen Aussetzer in der Wanderers-Defensive zum 1:1 Ausgleich ausnutzte. Danach ging es Schlag auf Schlag. Erst konnten die Wanderers durch Christopher Ott den alten Spielabstand wiederherstellen. Dieser hielt exakt 20 Sekunde. Denn den Hausherren gelang sofort der erneute Ausgleich. Von diesem Schock mussten sich Kapitän Christian Czaika und seine Mannschaft erst einmal erholen. Das wusste der Gastgeber zu nutzen. Noch vor der Pause schoss der erfahrene Stürmer Mike Dolezal seine Farben in personeller Überzahl erstmalig in Führung. Auch nach dem Pausentee hatten die Wanderers mit den immer stärker werdenden „RiverKings“ zu kämpfen. Immer wieder kamen sie gefährlich vor Torhüter Daniel Klein, der des Öfteren brenzlige Situationen entschärfen musste. In dieser Phase des Spiels kamen den Gästen einige Undiszipliniertheiten der Gastgeber gerade recht. Mike Dolezal musste von der Strafbank mitansehen, wie Christopher Ott mit einem Mann mehr auf dem Eis die Hartgummischeibe zum 3:3 in das Netz katapultierte. Kurz vor dem erneuten Ertönen der Pausensirene gelang Benedikt May dann ein sogenannter „Lucky Punch“. Obwohl der HCL weiterhin am Drücker war, verwandelte er einen vereinzelten Angriff seiner Mannschaft sehenswert in das Gehäuse von Ex-Germering Torhüter Christoph Schedlbauer. Leider konnte die Führung nicht lange über die Zeit gebracht werden – im Gegenteil: Die Landsberger drehten das Spiel kurz nach Wiederbeginn durch einen Doppelschlag und brachten die Wanner-Truppe erneut in Rückstand. Danach gelang es den Wanderers nicht, aus mehreren Überzahlsituationen Kapital zu schlagen. Stattdessen machten die Hausherren mit einem weiteren Treffer von Dennis Sturm (53. Min.) den Sack zu und feierten am Ende einen 6:4 Heimerfolg.

Ein Heimerfolg war zwei Tage später auch für die Wanderers gegen das Tabellenschlusslicht aus Nürnberg fest eingeplant. Doch was die Zuschauer am Ende im Germeringer Polariom zu sehen bekamen, ließ Schlimmes erahnen. Die Hausherren fanden zu keiner Zeit in ihr Spiel und ermöglichten den Gästen früh Chancen, um in Führung zu gehen. Zwei davon nutzten Steven Maier (4. Min.) und Michael Hahn (8. Min.), die ihre Mannschaft mit zwei Toren Unterschied in Führung schossen. Dementsprechend betrübt und lang waren die Gesichter auf den Tribünen. Erst recht, als in der 31. Spielminute der Gast sogar das 0:3 erzielen konnte, obwohl die Wanderers zu diesem Zeitpunkt sogar einen Spieler mehr auf dem Eis hatten. Viele hatten die Punkte an diesem Abend schon komplett abgeschrieben. Auf Biegen und Brechen kamen die Wanderers jedoch zurück in die Partie. Noch vor der zweiten Drittelpause konnte Martin Dürr den Puck in Überzahl zum 1:3 hinter EHC-Torhüter Metz verwandeln. Auch im letzten Spielabschnitt mussten die Fans lange zittern. Neun wiedergespielte Minuten brauchte es, bis die Wanderers erneut in personeller Überzahl nachlegen konnten. Nico Rossi verwandelte ein Zuspiel seiner Teamkollegen Matthias Götz und Bruder Daniel Rossi. Danach sah es lange Zeit danach aus, als ob man nicht mehr den Ausgleich erzielen könnte. Deshalb nahm Trainer Sebastian Wanner kurz vor Ende der Partie Torhüter Sebastian Reisinger zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Die Maßnahme hatte Erfolg und so konnte Kapitän Christian Czaika 33 Sekunden vor Schluss den ersehnten Ausgleichstreffer herbeiführen. Im darauffolgenden Penaltyschießen gingen zum ersten Mal in dieser Saison die Wanderers als Sieger hervor. In mehreren Durchgängen gelang am Ende Benedikt May der entscheidende Treffer.

Mit Ruhm bekleckert haben die Wanderers sich nach dieser Vorstellung sicherlich nicht. Um kommenden Freitag gegen die „IceHogs“ aus Pfaffenhofen (20:00 Uhr) erfolgreich zu sein, bedarf es einer ordentlichen Leistungssteigerung. Mit von der Partie sein könnte dort erstmals Kontingentspieler Maxi Grassi, der am Montag in München landen wird.