Wanderers feiern Überraschungssieg im Polariom

27.10.2013 um 22:12 Uhr von Markus Degenhardt

Foto: Richard Langnickel

Zwei schwere Brocken hatten die Wanderers an diesem Wochenende vor sich. Dass man dieses mit drei Punkten abschließt, daran hätten wohl nur die größten Optimisten geglaubt.

In Sonthofen kassierten die Wanderers die zu erwartende Niederlage. Schaut man auf die vorherigen Ergebnisse der Allgäuer (13:3 Heimsieg gegen Haßfurt und 12:1 Sieg in Nürnberg), so zogen sich die Jungs von Trainer Sebastian Wanner sogar noch beachtlich aus der Affäre. Erst recht, wenn man die acht schwerwiegenden Ausfälle bedenkt. Das Spiel entwickelte sich dann wie erwartet: Der ERC, der mit reichlich Erfahrung auf dem Eis stand, dominierte die junge Wanderers-Truppe, die sich das gesamte Spiel nicht aufgab und kämpferisch dagegen hielt. Dennoch bewies der Aufstiegsaspirant seine Qualitäten und überwindete Torhüter Sebastian Reisinger sechs Mal an diesem Abend. Einzig Maximilian Vater (Patrick Smolik) konnte im Schlussdrittel, welches sogar an die Wanderers ging, einen Konter verwerten.

Zwei Tage später sah die Personalsituation zumindest ein klein wenig besser aus. Mit Martin Dürr, Frederik Hoffmann und Harald Nuss kehrten drei Akteure auf das Eis zurück. Scheinbar hatte sich rumgesprochen, dass Punkte, die im Polariom ausgespielt werden, dort auch meistens bleiben! Gut gefüllte Ränge sorgten für eine tolle Kulisse, obwohl die Aufgabe im Vergleich zu Freitag kaum leichter wurde. Trotzdem legten die Wanderers los wie die Feuerwehr und brachten den Favoriten ganz schön ins Schwitzen. Keine zwei Minuten dauerte es, bis die Truppe von Sebastian Wanner gleich das erste Ausrufezeichen setzte! US-Boy Ryan Smith legte in Überzahl schön auf „Freddy“ Hoffmann auf, der per Direktabnahme TEV-Goalie Geratsdorfer keine Chance ließ. Die frühe Führung brachte den Wanderers reichlich Selbstvertrauen und so spielte man auch in Folge munter nach vorne. Fast im Minutentakt kam man gefährlich vor das Tor der Gäste. Das einzige, was man den Wanderers im ersten Durchgang vorwerfen hätte können, war die schlechte Chancenverwertung. Ein deutlich höheres Ergebnis wäre allemal möglich gewesen.

Weitere Tore sollten dafür nach der Pause fallen. Jedoch musste der Germeringer Anhang kurz nach Wiederbeginn erst einmal zittern. Eine Spieldauerstrafe gegen Martin Dürr brachte eine fünfminütige Unterzahl ein, die man mit viel Kampf und Laufbereitschaft torlos überstand. Auch danach brachen die Wanderer nicht ein und das oftmals kritisierte Überzahlspiel der Hausherren klappte an diesem Abend mehr denn je! Erneut war es Frederik Hoffmann, der in Überzahl (27. Min) das Polariom jubeln ließ und eine starke Leistung ablieferte. Kurz darauf bekamen auch die Gäste nach einem überharten Check gegen Benedikt May eine Spieldauerdiziplinarstrafe zugesprochen. Diese zu nutzen wusste Patrick Casaccio. Mit seinem 3:0 träumten die ersten Fans bereits von weiteren drei Punkten gegen den bis dahin Tabellenzweiten. Eine Unachtsamkeit kurz vor der zweiten Drittelpause brachte die Gäste jedoch noch einmal in das Spiel zurück. TEV-Stürmer Deml konnte den Spielstand auf 3:1 verkürzen.

Nach dem Pausentee legte die Mannschaft von Ex-Kapitän „Hardy“ Gambs nochmal kräftig zu und drängte die Wanderers immer mehr vor das Tor von Sebastian Reisinger. Die Dominanz schlug sich schnell im Ergebnis nieder. Der Miesbacher Fürbeck schoss den TEV auf ein Tor heran. Auch danach war voller Einsatz gefragt, um das Spiel nicht noch aus der Hand zu geben. Eine geordnete Defensivleistung sowie ein gut aufgelegter Sebastian Reisinger ließen an diesem Abend jedoch keinen Gegentreffer mehr zu. Stattdessen nutzte Harald Nuss die Herausnahme von Gäste-Goalie Geratsdorfer und machte den Abend mit dem vierten Wanderers-Tor perfekt.

Trainer Sebastian Wanner sprach seiner Mannschaft nach dem Spiel „ein großes Kompliment“ aus. „Wir haben wie in den letzten Partien 60 Minuten lang um jeden Zentimeter Eis gekämpft und am Ende verdient gewonnen“, so Wanner weiter.

Trotz des Sieges, mit dem wohl niemand gerechnet hatte, gibt es auch eine Hiobs-Botschaft zu berichten. Maximilian Vater, der das Spiel im zweiten Drittel verletzungsbedingt abbrechen musste, zog sich eine Schulterverletzung zu und wird seinem Team höchstwahrscheinlich einige Wochen fehlen. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Lazarett der Wanderers bald ein wenig lichtet, um weiterhin konkurrenzfähig zu bleiben.