Neue Perspektiven zum Jahresabschluss

01.01.2013 um 12:48 Uhr von Florian Hutterer

Die Jugend-Mannschaft der Wanderers Germering war mit einem ebenso klaren wie ambitionierten Ziel in die Saison 2012/2013 gestartet. Der Aufstieg in die Landesliga sollte geschafft werden. Die ersten Vorbereitungsspiele gegen Königsbrunn und Pfaffenhofen, die jeweils aktuellen Tabellenführer der anderen beiden Spielgruppen in der Bezirksliga konnten souverän gewonnen werden.

Mit dem ERSC Ottobrunn stand dann am 4. November bereits im ersten Spiel der Meisterschaftsrunde ein Mitfavorit um den begehrten ersten Tabellenplatz, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt, auf dem Spielplan. Die Germeringer zeigten Nerven und unterlagen in einem zerfahrenen Spiel auf eigenem Eis mit 5 – 6 Toren.

In der zweiten Partie der Saison ging es gleich gegen den zweiten Aspiranten um einen Aufstiegplatz, den EV Moosburg. In diesem Spiel zeigten die Schützlinge des Trainergespanns Patrick Kohlert und Andreas Schmid ihre bis dahin beste Saisonleistung. Leider wurde ein sehr spannendes und sehenswertes Spiel durch geradezu unglaubliche Schiedsrichterentscheidungen ins Groteske verzerrt. So wurde z.B. ein Schuss auf das Germeringer Tor zunächst nicht, dann aber nach rund 90 Sekunden, in denen das Spiel mit Unterbrechungen weiter lief, auf lautstarken Protest der Gastgeber hin, doch als Tor gewertet. Die Germeringer ließen sich durch diese und andere höchst skurrile Entscheidungen nicht verunsichern und erspielten sich eine 4 – 3 Führung, die bis 40 Sekunden vor Schluss hielt, ehe die Gastgeber in Überzahl den 4 – 4 –Ausgleich erzielten. Dies ist besonders ärgerlich, weil die reguläre Spielzeit nach dem nachträglich anerkannten Tor für rund 90 Sekunden angehalten wurde und das Spiel somit fast 62 Minuten dauerte, das Ausgleichstor also in der „Nachspielzeit“ fiel. Über den sofort eingelegten Protest der Germeringer wurde durch den Bayerischen Eissport-Verband bisher noch nicht entschieden.

Beim Spiel gegen den TSV Trostberg wurden die Germeringer Wanderers ihrer Favoritenrolle gerecht und siegten deutlich mit 16 – 1.

Wiederum ärgerlich war das kurzfristige Nicht-Antreten der SG Berchtesgaden/Inzell zum Heimspiel der Germeringer am 09. Dezember, zumal die Nachricht erst fünf Stunden vor Spielbeginn eintraf, alle Vorbereitungen für die Durchführung des Spiels aber bereits getroffen waren. Die Absage sorgt auch deshalb für Verstimmung, weil Berchtesgaden seinerseits grundsätzlich nur Spielzeiten ab 10:15 Uhr in Berchtesgaden anbietet, was bedeutet, dass man von Germering um 05:30 Uhr starten muss. Die Partie wurde mit 5- 0 für Germering gewertet.

Kurz vor Weihnachten stand dann noch das Lokalderby gegen den Nachbarn aus Fürstenfeldbruck an. Trotz aller Mahnungen der Trainer war eine Mischung aus Nervosität und Überheblichkeit gegen die vermeintlich schwachen Brucker nicht zu überwinden. Die Gastgeber aus der Kreisstadt dagegen hatten nichts zu verlieren und kämpften um jede Scheibe. Am Ende stand es in einem spannenden aber wenig ansehnlichen Match 4 – 4, was für die Germeringer einer Niederlage im Fernduell um die Tabellenführung gleich kam.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen galt es am 28.12.12 im Rückspiel gegen den EV-Moosburg die letzte kleine Chance zu nutzen, doch noch ein Wörtchen um den Aufstieg mit zu reden. Der Finalcharakter des Spiels, die Vorgeschichte des Hinspiels mit der immer noch offenen Verbands-Entscheidung lockte zahlreiche Zuschauer ins Germeringer Polariom, die mächtig Stimmung machten und nicht enttäuscht wurden. Zunächst waren es aber die Gäste, die selbstbewusst auftraten und enormen Druck auf das Germeringer Tor aufbauten. Doch wie es immer so kommt wenn man überlegen ist und seine Möglichkeiten nicht nutzt. Mit einer der ersten Chancen erzielten nämlich die Wanderers den Führungstreffer zum 1 – 0. Den Gästen gelang im ersten Drittel dann doch noch der Ausgleich zum     1 – 1. Im zweiten Drittel ergab sich zunächst das gleiche Bild wie im ersten Abschnitt. Die taktisch sehr disziplinierten Germeringer verlegten sich aufs Kontern, nutzten ihre Chancen und erzielten im zweiten Drittel die Treffer zur 4 – 1 Führung. Zwar warf der EV-Moosburg im Schlussabschnitt noch mal alles nach vorne, doch es reichte nur mehr zum     4 – 2 Anschlusstreffer.

Aus Germeringer Sicht erfreulich war dann auch noch das 7 – 7 –Remis des EV- Moosburg gegen Ottobrunn am 30.12.12. Somit hat man das Erreichen von Platz 1 in der Gruppe 2 der Jugend Bezirksliga wieder selbst in der Hand.

Ein Selbstläufer ist das Unternehmen Aufstieg allerdings deshalb noch lange nicht.